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Harter Preiskampf macht Ryanair zu schaffen

Der harte Wettbewerb in Europa durchkreuzt die Gewinnpläne der irischen Fluggesellschaft Ryanair. Der Überschuss dürfte im Ende März endenden Geschäftsjahr nur noch 500 bis 520 Millionen Euro erreichen, teilte Europas größter Billigflieger mit.

Trotz steigender Fluggastzahlen wäre dies weniger als die 569 Millionen Euro aus dem Vorjahr und weitaus weniger als von Analysten erwartet. Zu den Gründen zählte Ryanair-Chef Michael O'Leary auch die schwächere Wirtschaftsentwicklung in Europa.

Im Wettbewerb um die Gunst der Reisenden hat Ryanair nach eigenen Angaben die Ticketpreise gesenkt. Im Winterhalbjahr dürften diese um neun bis zehn Prozent geringer ausfallen als ein Jahr zuvor, schätzt O'Leary. Von Februar an will Ryanair zudem feste Sitzplätze einführen. Damit wolle man zeigen, dass man den Kunden und ihren Wünschen zuhöre, hieß es.

Nach Jahrelangem Aufwind vermeldete das Unternehmen bereits seit einigen Monaten Einbußen durch höhere Treibstoffkosten und sinkende Nachfrage. Zuletzt hatte es deshalb einige Lockerungen für die Kunden angekündigt, nachdem diese sich unter anderem über versteckte Zusatz-Gebühren beklagt hatten.

So wurden die Kosten für aufgegebenes Gepäck gesenkt, ein zusätzliches kleines Handgepäck-Stück wird erlaubt, die Gebühren für vergessene Bordkarten werden geringer.

Das zehrt am Profit. Um die Einbußen im reiseschwachen Winter zu begrenzen, will die Gesellschaft in den kommenden Monaten erneut bis zu 70 Flugzeuge am Boden lassen. Zugleich unterbricht das Unternehmen seinen aggressiven Expansionskurs. Nach 20 Jahren anhaltenden Wachstums dürften die Passagierzahlen in den kommenden zwölf Monaten stagnieren, kündigte der Billigflieger an.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet O'Leary statt mit mehr als 81,5 Millionen nur noch mit weniger als 81 Millionen Fluggästen. Im vergangenen Jahr waren 79,3 Millionen Menschen mit Ryanair geflogen.

Im reisestarken Sommervierteljahr von Juli bis September wuchs Ryanairs Umsatz um knapp fünf Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Der Überschuss legte um gut fünf Prozent auf 524 Millionen Euro zu.

Nach dem ersten Geschäftshalbjahr stehen damit 602 Millionen Euro Gewinn zu Buche, ein Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Winter schreiben Fluggesellschaften und Reiseveranstalter allerdings meist rote Zahlen, so dass am Ende des Geschäftsjahres weniger übrig bleiben dürfte.