Helfer in Mosambik warnen nach Zyklon vor Krankheiten

Überschwemmungen in Mosambik
Am 15. März hatte der Zyklon Mosambik, Malawi und Simbabwe verwüstet und mit schweren Regenfällen weite Landstriche unter Wasser gesetzt. Foto. Str/WORLD FOOD PROGRAMME/AP Foto: Str

– Anderthalb Wochen nach dem verheerenden Zyklon „Idai” in Südostafrika steigt in Mosambik die Angst vor dem Ausbruch von Krankheiten.

Vor allem in den überschwemmten Gebieten ist mit der Verbreitung von Durchfallerkrankungen wie Cholera zu rechnen. Das liegt auch daran, weil vielerorts kein sauberes Trinkwasser mehr vorhanden ist, wie Mosambiks Umweltminister Celso Correia erklärte. Experten warnten zudem, dass auch die Zahl der Malaria-Erkrankungen schnell ansteigen könne, denn Moskitos können sich in stehenden Gewässern gut vermehren.

Am 15. März hatte der Zyklon Mosambik, Malawi und Simbabwe verwüstet und mit schweren Regenfällen weite Landstriche unter Wasser gesetzt. Rund 700 Menschen sind nach Regierungsangaben ums Leben gekommen - die wahre Zahl dürfte nach Einschätzung von Hilfsorganisationen deutlich höher liegen. Das Katastrophengebiet erstreckt sich über Hunderte Kilometer von Mosambik nach Simbabwe und Malawi.

Die von dem Tropensturm besonders schlimm betroffene Hafenstadt Beira war unterdessen erstmals seit zehn Tagen wieder über Land erreichbar. Bis zum Sonntag war die Zufahrtsstraße noch wegen Überschwemmungen gesperrt gewesen. Die Wiederöffnung der Straße sollte es Helfern erleichtern, Hilfsgüter auch zu den Menschen im Umland zu bringen. Viele Orte waren jedoch weiter von der Außenwelt abgeschnitten. Und gegen Mitte der Woche drohen erneut starke Regenfälle. Der Katastrophenschutz sprach von rund 50.000 teils zerstörten Häusern und von Tausenden Quadratkilometern zerstörtem Ackerland.

Weil weite Teile Gebiet in der Provinz Sofala weiter unter Wasser standen, war das ganze Ausmaß der humanitären Katastrophe jedoch immer noch nicht absehbar. Rund eine Million Menschen sind einer UN-Schätzung zufolge direkt betroffen. «Das Ausmaß der Krise ist erschütternd», sagte der Generalsekretär der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), Elhadj As Sy, am Wochenende nach einem Besuch in Beira.

Die Chefin des UN-Kinderhilfswerks Unicef, Henrietta Fore, hatte zuvor gemahnt, es müsse nun alles getan werden, um zu verhindern, dass «durch Wasser übertragbare Krankheiten aus dem Desaster eine noch größere Katastrophe machen». Diese Bemühungen will das deutsche Technische Hilfswerk (THW) unterstützen und hat zwei Anlagen zur Aufbereitung von Trinkwasser nach Beira geflogen. Sie sollen ab Dienstag bis zu 10.000 Liter Wasser pro Stunde aufbereiten. Das THW ist eine Bundesbehörde mit 80.000 überwiegend ehrenamtlichen Helfern.