Herrmann siegt vor Hildebrand: „Wir haben es gerockt”

Herrmann siegt vor Hildebrand: „Wir haben es gerockt”
Herrmann siegt vor Hildebrand: „Wir haben es gerockt”
Sven Hoppe

In der gleißenden Sonne von Utah kamen Denise Herrmann und Franziska Hildebrand aus dem Strahlen gar nicht mehr raus.

„Wir haben es gerockt. Ein Doppelsieg und zusammen mit Hildi auf dem Podium, das ist richtig cool”, sagte Herrmann nach ihrem dritten Weltcupsieg im ZDF. Die frühere Langläuferin setzte sich in der Verfolgung von Soldier Hollow dank Laufbestzeit durch und sicherte sich damit ihr erstes Podium seit mehr als einem Jahr. Das herausragende Ergebnis und den ersten deutschen Doppelerfolg seit dem 21. Januar 2017 machte Franziska Hildebrand auf Platz zwei perfekt. Dritte wurde die Finnin Kaisa Mäkäräinen.

Drei Wochen vor der WM in Östersund zeigt die Formkurve des deutschen Duos, das sich im Zielraum in den Armen lag und feiern ließ, steil nach oben. Das dürfte eine große Portion Selbstvertrauen geben, denn bei beiden war es in diesem Winter durchwachsen gelaufen. „Der Ausflug hat sich gelohnt”, meinte Hildebrand, für die es nach Rang drei im Sprint das zweite Erfolgserlebnis bei der WM-Generalprobe war. Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier hatte Soldier Hollow indes ausgelassen und legt zu Hause einen Trainingsblock ein.

Vor allem für die frühere Langläuferin Herrmann ging es nach ihrem tollen Einstand in der Saison 2017/2018, als sie zum Saisonstart gleich zwei Rennen gewann, in dieser Saison schwer. Beim Schießen passierten der Oberwiesenthalerin zu viele Fehler, die sie auch mit ihrer Laufstärke nicht kompensieren konnte. Deshalb lief sie bis zu ihrem Erfolg nur zweimal in die Top Ten, musste sogar die Plätze 45, 60 und 62 hinnehmen.

Doch im Jagdrennen blieb die Sprint-Siebte diesmal cooler, musste nur stehend zweimal in die Strafrunde. „Ich habe versucht, mich von Schießen zu Schießen zu hangeln. Die fehlerfreien Liegendeinlagen waren der Grundstein für den Erfolg”, sagte die 30-Jährige.

Die lange führende Hildebrand, die nur im letzten Anschlag eine Scheibe stehen ließ, ging mit 11,9 Sekunden Vorsprung auf ihre Teamkollegin in die Schlussrunde. „Ich wusste schon, dass es auf der letzten Runde hart wird gegen Denise. Ich habe versucht, alles rauszuholen und sie so lange wie möglich auf Abstand zu halten”, sagte Hildebrand. Kurz vor dem Ziel zog aber Herrmann vorbei und hatte am Ende 4,2 Sekunden Vorsprung. „Ich konnte den Windschatten nutzen, das war taktisch ein kleiner Vorteil.”