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Hitzeschäden bei Tom Tailor: Umsatz- und Gewinnwarnung

Hitzeschäden bei Tom Tailor: Umsatz- und Gewinnwarnung
Hitzeschäden bei Tom Tailor: Umsatz- und Gewinnwarnung
Christian Charisius

Die Modekette Tom Tailor muss wegen des heißen Sommers, hoher Rabatte und Problemen mit der Marke Bonita zurückrudern. Im laufenden Jahr erwartet der Vorstand einen Umsatzrückgang von bis zu neun Prozent auf 840 bis 860 Millionen Euro, wie das Unternehmen in Hamburg mitteilte.

Bislang hatte Tom Tailor lediglich einen leichten Umsatzrückgang vorhergesagt. Auch die Gewinnmarge werde geringer ausfallen. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) rechnet Tom Tailor nun mit 7,5 bis 8,5 Prozent, statt wie bisher mit zehn Prozent.

Schon zum Halbjahr hatte Tom Tailor einen Umsatzrückgang von 10,5 Prozent gemeldet, diesen aber vorwiegend auf den laufenden Konzernumbau und damit verbundene Ladenschließungen zurückgeführt. Der Vorstand hatte den Plan, die Rückgänge im zweiten Halbjahr durch profitables Wachstum auszugleichen. Der lange und heiße Sommer führte jedoch zu rückläufiger Nachfrage und einem verzögerten Saisonstart für die Herbst-/Winterkollektion.

Die Zukunft der Marke Bonita stehe nun auf dem Prüfstand, hieß es weiter. Die Werthaltigkeit der Beteiligung und der Markenwert würden grundlegend überprüft.

Tom Tailor hatte Bonita vor sechs Jahren übernommen, um sich neue Wachstumschancen in der Altersgruppe über 45 Jahren zu erschließen. Tatsächlich entpuppte sich Bonita jedoch als Problemfall. Tom Tailor war 2016 nach einem überzogenen Expansionskurs auf Pump in Schwierigkeiten geraten, wechselte das Management aus, machte rund 300 Filialen dicht und zog sich aus Auslandsmärkten und Produktlinien zurück. Die Kette hatte den Trend zum Online-Handel verschlafen und einen geringeren Absatz über das Internet als Konkurrenten.