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Hoffnung auf mehr billiges EZB-Geld treibt Dax nach oben

Die Hoffnung auf eine noch stärkere Geldflut der Europäischen Zentralbank hat den Dax zeitweise über die Marke von 10 500 Punkten getrieben.

Rückenwind lieferten zudem der von den EZB-Aussagen zugleich geschwächte Euro, da er heimischen Firmen den Export erleichtert, sowie die sehr positive Stimmung an den US-Börsen. Der deutsche Leitindex beendete den Handel schließlich mit einem Plus von 2,48 Prozent auf 10 491,97 Punkten und damit auf dem höchsten Stand seit dem 19. August.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax gewann 2,01 Prozent auf 20 389,47 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,78 Prozent auf 1785,41 Punkte vor.

Während die Aktien der Lufthansa als einziger Dax-Verlierer mit minus 1,52 Prozent erneut unter der drohenden Streikgefahr litten, legten zahlreiche andere Papiere vor allem infolge der Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi kräftig zu. Allen voran profitierte die Aktie des größten deutschen Immobilienunternehmens Vonovia, die um 6,43 Prozent hoch sprang.

Im MDax gewannen die Papiere der Deutsche Wohnen und der LEG Immobilien um die 5 Prozent. «Die Signale von Draghi bedeuten weiter schwache Zinsen und befeuern Immobilienwerte», sagte ein Händler. Hinzu kam noch die geplatzte Übernahme von LEG durch die Konkurrentin Deutsche Wohnen und deren erneutes Abblocken der Vonovia-Avancen.

Die Aktien des Autobauers Daimler, der einen soliden Quartalsbericht vorgelegt hatte, rückten um 3,16 Prozent vor.

Im TecDax brachen die Papiere von Adva um 16,05 Prozent ein. Da der Ausblick des Telekomausrüsters auf das Schlussquartal etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei, hätten Anleger nach dem starken Lauf der Papiere Kasse gemacht, sagte ein Händler.

Europaweit und auch in den USA gab es kräftige Gewinne an den Börsen. Der EuroStoxx 50, Leitindex der Eurozone, stieg um 2,47 Prozent auf 3353,11 Punkte. Ähnlich kräftige Gewinne wurden in Paris verzeichnet, während der wichtigste Londoner Index, der FTSE 100, nur moderat um 0,4 Prozent zulegte. In den USA stieg der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss um 1,5 Prozent.

Am deutschen Rentenmarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,45 Prozent auf 0,43 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 139,72 Punkte. Der Bund Future gewann 0,61 Prozent auf 157,57 Punkte. Der Kurs des Euro fiel im Zuge der EZB-Aussagen auf 1,1136 US-Dollar. Die Notenbank hatte den Referenzkurs gegen Mittag noch auf 1,1313 (Mittwoch: 1,1354) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8839 (0,8807) Euro.