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Hoffnung auf weiteres EZB-Geld treibt Dax auf Rekordstand

Die Hoffnung auf noch mehr billiges Notenbank-Geld hat den Dax am Montag auf einen Rekordstand getrieben.

Die Märkte seien extrem optimistisch, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag mit der Ankündigung umfangreicher Käufe von Staatsanleihen ein starkes Zeichen setze, hieß es beim Broker IG. Die Geldflut der Notenbanken treibt seit Jahren die Aktienbörsen an.

Im frühen Handel stieg der deutsche Leitindex bis auf gut 10 253 Punkte und setzte damit seinen jüngsten Höhenflug fort. Am Nachmittag stand noch ein Plus von 0,65 Prozent auf 10 234,10 Punkte zu Buche. Bereits am Freitag hatte das Börsenbarometer nach den Turbulenzen um die Entkoppelung des Franken vom Euro historische Bestmarken erreicht und nachbörslich sogar erstmals die Marke von 10 300 Punkten übersprungen.

Der MDax der mittelgroßen Werte notierte nach einem Sprung bis auf ebenfalls rekordhohe 17 804 Punkte noch 0,72 Prozent im Plus bei 17 802,92 Punkten. Der TecDax kletterte um 0,87 Prozent auf 1452,05 Punkte. Für den Technologiewerte-Index bedeutete das immerhin den höchsten Stand seit Mitte 2001. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,57 Prozent vor.

Alles andere als die erwartete Ankündigung eines «QE»-Programms («Quantitative Easing») der EZB würde die Akteure am Aktienmarkt enttäuschen, sagte Analystin Claudia Windt von der Helaba mit Blick auf die anstehende Notenbank-Sitzung am Donnerstag. Bis zum Höhepunkt der Woche rechnen Marktteilnehmer mit einiger Nervosität. Zum Wochenauftakt blieb das Handelsvolumen jedoch gedämpft, weil die New Yorker Wall Street wegen des Feiertags Martin Luther King Day geschlossen bleibt und etliche amerikanische Investoren am Markt fehlten.

Der jüngste Kursrutsch in China ließen den Dax kalt. Dort hatte die Wertpapieraufsicht den kreditfinanzierten Aktienkauf aus Sorge um eine Marktüberhitzung eingeschränkt. Der Wertpapierkauf auf Pump gilt als einer der Treiber an den chinesischen Festland-Börsen im vergangenen Jahr. Auch die jüngste Verschärfung des Konflikts zwischen der Ukraine und den prorussischen Separatisten im Osten des Landes sowie die anstehenden Wahlen in Griechenland könnten dem Markt derzeit kaum etwas anhaben, erklärte Windts Kollege Christian Schmidt.

Bei den Einzelwerten gaben Analystenkommentare die stärksten Impulse. Die Aktien von Dax-Spitzenreiter Adidas gewannen 3,64 Prozent nach einer positiven Studie. Umgekehrt büßten die Anteilsscheine von Kuka als einer der größten Verlierer im MDax 2,88 Prozent ein.

Am deutschen Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,35 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,35 Prozent auf 139,79 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,24 Prozent auf 157,80 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1605 (Freitag: 1,1588) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8617 (0,8630) Euro.