NOTFALL IN DÜSSELDORF

Im Landtag: SPD-Abgeordneter rettet AfD-Mann das Leben

Während der ASB einen Erste-Hilfe-Kurs bei der AfD-Fraktion verweigert, half in NRW ein SPD-Politiker mit Migrationshintergrund ohne zu zögern, als ein AfD-Mitarbeiter zusammenbrach.
dpa
Im Landtag: SPD-Abgeordneter rettet AfD-Mann das Leben
Im Landtag: SPD-Abgeordneter rettet AfD-Mann das Leben Serdar Yüksel
Düsseldorf.

Der nordrhein-westfälische SPD-Landtagsabgeordnete Serdar Yüksel (45) hat einen AfD-Mitarbeiter nach einem Herzstillstand wiederbelebt. Es sei mitten in einer Sitzung des Gesundheitsausschusses am Mittwoch gewesen, als der wissenschaftliche Mitarbeiter der AfD-Fraktion plötzlich aufgestanden und nach wenigen Schritten zusammengebrochen sei. „Ich habe gesehen, dass er überhaupt nicht ansprechbar war, keine Atmung, keinen Puls hatte”, berichtete Yüksel am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Er habe dann sofort mit einer Herz-Druck-Massage angefangen. Die FDP-Abgeordnete Susanne Schneider habe Mund-zu-Nase-Beatmung gemacht. Als nach zehn bis zwölf Minuten der Notarzt eingetroffen sei, sei der Patient schon wieder ansprechbar gewesen.

Yüksels Eltern sind Kurden aus der Türkei

„Das war für mich eine Selbstverständlichkeit”, sagte Yüksel. „Ich habe meine Pflicht getan – und gut ist.” Yüksel ist Fachpfleger und hat 15 Jahre auf der Intensivstation gearbeitet. Den Dank reiche er weiter an die Beschäftigten im Krankenhaus, die täglich Leben retteten. „Das sind für mich die wahren Helden.” Yüksel ist in Essen geboren, seine Eltern sind Kurden aus der Türkei.

Michael M. Schwarzer, Pressesprecher der AfD-Fraktion im NRW-Landtag, bestätigte die Rettungsaktion. „Die Kollegen haben sich sofort und sehr beherzt um unseren Mitarbeiter gekümmert”, sagte er. Der Mann werde nun im Krankenhaus behandelt. Zuvor hatten „WAZ” und „Bild” über die Rettungsaktion berichtet.

Erste-Hilfe-Kurse für AfD-Mitarbeiter abgesagt

Zuletzt hatte es Wirbel um Erste-Hilfe-Kurse für Mitarbeiter der AfD-Fraktion im Bundestag gegeben: Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Berlin-Nordost hatte gebuchte Veranstaltungen an drei Tagen im Oktober und November abgesagt.

Zur Begründung hieß es: „Der alte und neue Bundesvorsitzende Knut Fleckenstein hat zum Ausdruck gebracht, dass aus seiner Sicht die Positionen der AfD mit den Werten, die der ASB seit seinem Bestehen vertritt und die zudem in seiner Satzung verankert sind, nicht vereinbar sind. Dem haben sich alle Mitglieder des Bundesverbandes sowie alle Delegierten der einzelnen Landes- und Regionalgliederungen angeschlossen.” Knut Fleckenstein ist SPD-Politiker und sitzt im EU-Parlament.

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