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Inflationsrate im Euroraum nimmt wieder zu: 0,9 Prozent

Nach Monaten des Rückgangs nimmt die jährliche Inflationsrate in den 17 Staaten mit Euro-Währung wieder zu.

Im November stiegen die Preise einer ersten Schätzung zufolge um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dies teilte das Statistische Amt der EU (Eurostat) am Freitag in Luxemburg mit. Im Oktober lag der Preisanstieg im Jahresvergleich noch bei 0,7 Prozent.

Der Handlungsdruck für die Europäische Zentralbank (EZB), die ein Inflationsziel von knapp zwei Prozent verfolgt, nimmt damit ab. Der andauernde Preisverfall im Währungsraum hatte die EZB Anfang November zu einer überraschenden Zinssenkung veranlasst. Dass die Teuerung nun wieder anzieht, dämpft die Erwartungen weiterer geldpolitischer Lockerungen. «Der Trend sinkender Inflation legt eine Pause ein», kommentiert Experte Ralf Umlauf von der Helaba. Die Finanzmärkte reagierten verhalten auf die Inflationsdaten. Der Euro behauptete sich über der Marke von 1,36 US-Dollar.

Bis zum Oktober war die Jahres-Inflationsrate in der Eurozone kontinuierlich gesunken. Von 2,2 Prozent im November 2012 fiel sie über 1,6 Prozent im Juni und Juli sowie 1,3 Prozent im August und 1,1 Prozent im September schließlich auf 0,7 Prozent im Oktober. Nun stieg sie erstmals wieder. Dabei wurden die im Preisindex besonders schwergewichtigen Dienstleistungen deutlich teurer: Sie stiegen im November um 1,5 Prozent nach 1,2 Prozent im Oktober.

Bei Nahrungsmitteln, Alkohol und Tabak verlangsamte sich der Preisanstieg von 1,9 Prozent im Oktober auf 1,6 Prozent im November. Energie, die im Oktober um 1,7 Prozent billiger geworden war, sank im November um weitere 1,1 Prozent. Der Preisanstieg der Industriegüter blieb mit 0,3 Prozent unverändert.

Die genauen Inflationszahlen werden erst Mitte Dezember vorgelegt.