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Insektenforscher: Zickzack-Blattwespe bedroht Ulmen

Insektenforscher: Zickzack-Blattwespe bedroht Ulmen
Stephan M. Blank

Deutsche Ulmen werden nach Angaben von Wissenschaftlern zunehmend von der Zickzack-Blattwespe bedroht. Insektenforscher entdeckten die Tiere vor wenigen Tagen erstmals in Berlin und Brandenburg.

Damit habe sich die Wespe bereits weiter nach Norden ausgebreitet als angenommen, teilte die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt am Main am Freitag mit. Die Larven der Tiere fressen an den Blättern von Ulmen - in einem Zickzack-Muster. «Solch ein Befall kann zu völligem Kahlfraß führen», berichteten die Wissensschaftler.

Schäden wurden nach Angaben von Senckenberg in Wäldern, Ortschaften und Gärten beobachtet. Die Forscher wollen die Larven nun kartieren - und hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung. Wer Larven oder angefressene Blätter mit Zickzack-Muster entdeckt, kann das melden. «Toll wäre, wenn uns die Entdecker Fotos oder besser Blätter mit Fraßschäden, Larven oder die netzartigen Kokons einschicken», berichtete Forscher Stephan Blank in Müncheberg. Die Einsendungen sollen mit Fundort, Datum und einer E-Mail-Adresse versehen sein.

Die Zickzack-Blattwespe (Aproceros leucopoda) stammt aus Ostasien. Nach Informationen der Forschungsgesellschaft wurde sie nach Europa eingeschleppt und auf dem Kontinent erstmals vor zehn Jahren gesichtet. Vor zwei Jahren wurde das Tier auch im Südosten Bayerns entdeckt. Die Wespen können sich rasant vermehren. «Vor allem die Sommergenerationen haben es eilig», heißt es im Bericht der Forscher. Mit Hilfe der Hinweise wollen sie nun dokumentieren, wie weit die Blattwespe verbreitet ist. Die Karte soll dann im Internet stehen.