Jugendliche ohne Perspektive sind ein Risiko

Jugendliche ohne Perspektive sind ein Risiko
Jugendliche ohne Perspektive sind ein Risiko
Peter Himsel

Jugendliche mit schlechten Berufsaussichten sind nach Überzeugung des Bildungsforschers Klaus Hurrelmann ein Risiko für die gesamte Gesellschaft.

„Dieser Teil der jungen Generation ist leider nicht in der Lage, sich politisch stark zu artikulieren. Gerade die jungen Männer, die besonders betroffen sind, greifen dann dazu, radikale Parteien zu wählen, darunter auch rechtsextreme”, sagte Hurrelmann der Deutschen Presse-Agentur. Insgesamt sei die junge Generation sehr resistent gegenüber rechtsextremen Positionen.

Die Gesellschaft sei allerdings stärker als früher gespalten, rund ein Fünftel habe das Gefühl, mit der Mehrheit nicht mithalten zu können. „Dieses eine Fünftel muss uns Sorgen machen, das ist eine entwurzelte Gruppe”, sagte Hurrelmann.

Der Wissenschaftler, der am 10. Januar 75 Jahre alt wird, fordert bessere Angebote für Jugendliche zur Berufswahl. Sinnvoll sei aus seiner Sicht, allen Schulabgängern ein Jahr oder Halbjahr zur Berufsorientierung anzubieten – als verbindliche Alternative zum heutigen Freiwilligen Sozialen Jahr.

Über solche Angebote müsse diskutiert werden, sagte der Professor an der Hertie School of Governance in Berlin. „Auch weil es so schwer geworden ist, überhaupt zu wissen, was man will, bei fast 400 Ausbildungsgängen, die wir heute haben und bei wahrscheinlich fast 20.000 verschiedenen Studiengängen.”