„Jugendwort" wird gekürt

„Jugendwort" wird gekürt
„Jugendwort" wird gekürt
Roland Weihrauch

Bei einer Online-Abstimmung lag der Begriff „isso" als Zustimmung oder Unterstreichung von etwas mit 20 Prozent vorne – gefolgt von „Vollpfostenantenne" als Bezeichnung für einen Selfiestick mit knapp 13 Prozent, „Hopfensmoothie" (11 Prozent) für Bier, „Bambusleitung" für eine schlechte Internetverbindung, „Tintling" (knapp 10 Prozent) für einen Tätowierten und dem Begriff „Tindergarten" (knapp 9 Prozent), der eine Sammlung von Kontakten beim Online-Dating bezeichnen soll.

Die 20-köpfige Jury, in der neben Schülern, Studenten und Sprachwissenschaftlern unter anderem der YouTuber iBlali und die Junior-Bloggerin Livia sitzen, ist nicht an die Abstimmung gebunden. Im vergangenen Jahr lag in der Online-Abstimmung das Verb „merkeln" vorne, das soviel bedeuten sollte wie „nichts tun, keine Entscheidung treffen". Die Jury kürte dann aber mit „Smombie" ein Kunstwort aus Smartphone und Zombie, das jemanden beschreibt, der von seiner Umwelt nichts mehr mitbekommt, weil er nur noch auf sein Smartphone starrt.

2014 war das Jugendwort ein Satz: „Läuft bei dir", 2013 war es „Babo", was soviel bedeutet wie Boss oder Anführer. Die jährliche Wahl zum „Jugendwort" des Jahres ist eine Werbeaktion des Langenscheidt-Verlags für sein Jugendsprachen-Lexikon und nicht unumstritten. Alle Jahre wieder werden Zweifel daran laut, ob Jugendliche wirklich so reden.