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Kampf gegen Ebola: Mehr Hilfe aus China

China verstärkt seine Hilfen zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika. Es seien insgesamt 750 Millionen Yuan (umgerechnet 97 Millionen Euro) bereitgestellt worden, teilte der Generaldirektor im Außenministerium, Lin Songtian, mit.

Die Zahl der medizinischen Helfer aus China in der Region werde von 200 auf rund 700 aufgestockt. Ein Spitzenforscher hält eine Ausbreitung des Virus nach Asien für möglich. Angst vor Ebola auch in den USA: Mit einem Aktionstag wollen Krankenschwestern einen besseren Schutz vor dem gefährlichen Erreger erwirken.

CHINA: In Liberia will China binnen eines Monats ein Behandlungszentrum aufbauen. Das Land schickt unter anderem 60 Krankenwagen, 100 Motorräder sowie 150 000 Teile zum Schutz von Helfern nach Westafrika. Außerdem werden den Angaben zufolge 480 medizinische Mitarbeiter der Volksbefreiungsarmee für ihren Einsatz geschult. In drei Gruppen von jeweils 160 Helfern würden sie nach Liberia entsandt, um Patienten zu behandeln, sagte Lin Songtian. Auf anfängliche Kritik an der vorher vergleichsweise bescheiden aussehenden Hilfe Chinas ging er nicht ein.

In Teilen Asiens geht die Angst um, dass das Virus durch Rückkehrer oder andere Reisende aus Afrika eingeschleppt werden könnte. Der Mit-Entdecker des Ebola-Erregers, der Belgier Peter Piot, sieht auch in China das Risiko eines Ausbruchs. «Ich gehe davon aus, dass es eines Tages passieren wird», sagte er kürzlich in Hongkong.

USA: In den USA rief die Gewerkschaft National Nurses United (NNU) ihre Mitglieder in mehreren Bundesstaaten für den 12. November unter anderem zu Arbeitsniederlegungen auf. Ziel sei es, höhere Sicherheitsstandards zu etablieren, teilte der Verband mit. Die Gewerkschaft ist nach eigenen Angaben die größte ihrer Art in den Vereinigten Staaten. Ihr gehören demnach mehr als 180 000 Mitglieder an. Zwei Krankenschwestern hatten sich in einer Klinik im US-Bundesstaat Texas bei einem Ebola-Patienten angesteckt. Der Patient starb, die Pflegekräfte sind inzwischen geheilt.

KUBA: Gesundheitsexperten und Regierungsvertreter aus 34 mehrheitlich amerikanischen Ländern einigten sich in Kuba auf gemeinsame Strategien zur Ebola-Bekämpfung. Zum Abschluss eines zweitägigen Treffens der 278 Spezialisten in der Hauptstadt Havanna legten die Teilnehmer einen Leitfaden für ihre Arbeit vor, wie die kubanische Nachrichtenagentur «Prensa Latina» berichtete. Vorgesehen sind unter anderem die Zusammenstellung interdisziplinärer Eingreifteams und einheitliche Sicherheitsstandards. Trotz diplomatischer Funkstille beider Länder waren auch die USA beim Treffen vertreten.

DEUTSCHLAND: Ein deutscher Tropenmediziner sprach sich im Kampf gegen Ebola für eine zentrale Koordinierungsstelle in Deutschland aus. «Infektionen machen nicht an den Grenzen der Bundesländer Halt», sagte der Sprecher des Ständigen Arbeitskreises der Kompetenz- und Behandlungszentren, August Stich, der «Berliner Zeitung» (Freitag). Der Infektionsschutz sei zwar Ländersache, eine bessere übergeordnete staatliche Vernetzung aber «sehr wünschenswert».

Der Würzburger Arzt forderte zudem mehr Personal für die aufwendige Betreuung der Infizierten. «Wir werden Schwierigkeiten bekommen, wenn Hunderte deutsche Helfer aus dem Ebola-Gebiet zurückkehren», sagte Stich. Es werde viele Verdachtsfälle geben: Jeder mit erhöhter Temperatur oder anderen Symptomen müsse überprüft werden. Momentan seien an den sieben deutschen Standorten mit Sonderisolierstationen nicht genügend Ärzte, Pfleger und Schwestern vorhanden, die für die Arbeit auf der höchsten Sicherheitsstufe ausgebildet seien.