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Kampf gegen Taliban: Afghanische Armee erhält Verstärkung

Die afghanischen Streitkräfte haben im schwer umkämpften Bezirk Sangin endlich die erhoffte Verstärkung erhalten. Islamistische Taliban hatten das Zentrum von Sangin am Sonntag erobert.

«Die Lage wird sich bald ändern. Wir haben jetzt Luftunterstützung und Artillerie», sagte der amtierende Verteidigungsminister Massum Staneksai am Mittwoch während einer vom größten Fernsehsender Tolo übertragenen Pressekonferenz. Die Spezialkräfte seien verstärkt worden und kämpften gerade in Sangin und im Nachbarbezirk Gereschk mit den Aufständischen. Außerdem seien Taliban-Stellungen in der Nacht zum Mittwoch aus der Luft bombardiert worden.

Augenzeugen berichteten, in der Nacht seien auch Waffen und Nahrungsmittel über einer Polizeistation abgeworfen worden. Dort hielten von Aufständischen umzingelte Polizisten aus.

Das Zentrum von Sangin war erst am Sonntag in die Hände der Islamisten gefallen. Die Provinz Helmand, zu der auch der Bezirk Sangin gehört, wird seit etwa zwei Monaten immer stärker von Taliban angegriffen. Im Sommer waren noch zwei von 14 Bezirken weitgehend in ihrer Hand, mittlerweile sind es fünf: Sangin, Bagran, Nausad, Waschir und Musa Kala.

Der Leiter des Provinzrates von Helmand, Mohammad Karim Attal, berichtete am Mittwoch von Tausenden Menschen, die aus Sangin fliehen würden. In den vergangenen sechs Monaten hätten 63 000 Familien ihre Heimatdörfer verlassen.

Die durchschnittliche Familiengröße liegt in Afghanistan bei sieben Personen. Damit wären nach afghanischen Angaben rund 400 000 Menschen auf der Flucht. Die Zahl ist schwer nachprüfbar.