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Kanzleramt vermittelt im Streit um Glyphosat-Zulassung

Kanzleramt vermittelt im Streit um Glyphosat-Zulassung
Kanzleramt vermittelt im Streit um Glyphosat-Zulassung
Patrick Pleul

In den Koalitionsstreit um das umstrittene Unkrautgift Glyphosat hat sich das Kanzleramt eingeschaltet. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin: «Es ist offenbar, dass es derzeit keine einheitliche Position in der Bundesregierung zu diesem Thema gibt.»

Deshalb würden in den kommenden Tagen Gespräche unter Beteiligung des Bundeskanzleramts geführt - mit dem Ziel, eine gemeinsame Linie zu finden.

Die EU-Zulassung für das Herbizid endet am 30. Juni. Der EU-Ausschuss für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit will sich in der nächsten Woche mit der Frage beschäftigen, ob die Zulassung verlängert werden soll oder nicht.

Die SPD-Minister sind dagegen. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) verlangt, es müsse erst zweifelsfrei geklärt werden, ob Glyphosat gesundheitlich unbedenklich sei. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) ist für eine Verlängerung. Aus Sicht des Umweltministeriums sollte eine neue Einschätzung der Europäischen Chemikalienagentur zu Glyphosat abgewartet werden. Diese wird frühestens 2017 erwartet. Die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte Glyphosat als «wahrscheinlich krebserregend» eingestuft.