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Karstadt stellt Weichen für Zukunft der Warenhauskette

Hoffen und Bangen bei Karstadt: In Essen hat sich am Donnerstag der Karstadt-Aufsichtsrat zur Beratung über die Zukunft der Warenhauskette getroffen. Einzelheiten aus der Sitzung drangen zunächst nicht an die Öffentlichkeit.

Nach Medienberichten soll eines der wichtigsten Themen die Neubesetzung des seit drei Monaten vakanten Karstadt-Chefsessels sein. Einziger Kandidat für den derzeit wohl schwierigsten Job im deutschen Einzelhandel ist den Berichten zufolge der bisherige Karstadt-Aufsichtsratschef Stephan Fanderl. Doch dürfte es auch um die Sanierungspläne der Konzernspitze gehen.

Die Gewerkschaft Verdi hatte bereits vor der Sitzung Klarheit über die Besetzung der Spitzenposition und die künftige Strategie gefordert. «Wir wollen wissen, wo der Kurs des Unternehmens hingehen soll», sagte Arno Peukes, der für Verdi im Aufsichtsrat sitzt, dem Berliner «Tagesspiegel» (Donnerstag). «Bei dem bisherigen Sanierungskonzept fehlt uns die Zukunftsperspektive.» Beobachter rechnen damit, dass das Treffen des Kontrollgremiums bis in den Donnerstagabend hinein dauern wird.

Karstadt-Eigentümer René Benko signalisierte unterdessen einem Medienbericht zufolge erneut Interesse an einer Übernahme der Warenhauskette Kaufhof. Der Kaufpreis solle bei 2,5 Milliarden Euro bis 2,7 Milliarden Euro liegen, schrieb die «Lebensmittel Zeitung» am Donnerstag unter Berufung auf Insider. Konkrete Verhandlungen über einen Verkauf der Metro-Tochter hätten jedoch noch nicht begonnen.

Ein Sprecher des österreichischen Benko-Unternehmens Signa wies die Meldung allerdings zurück. «Der Bericht entbehrt jeder Grundlage. Die Signa konzentriert sich zusammen mit dem Management von Karstadt voll und ganz auf das Sanierungs- und Zukunftsprogramm für die Karstadt Warenhaus GmbH», erklärte Signa-Sprecher Robert Leingruber.

Die auf Immobiliengeschäfte spezialisierte Finanzgruppe Signa hatte in der Vergangenheit schon einmal Interesse an einer Übernahme des Karstadt-Konkurrenten Kaufhof bekundet. Der Kaufhof-Mutterkonzern Metro lehnte eine Stellungnahme zu «Marktgerüchten und Spekulationen» ab. Metro sei mit Galeria Kaufhof «sehr zufrieden». «Wir haben immer betont, dass die Bedingungen für einen möglichen Erwerb des Kaufhofs neben einem angemessenen Preis und einer soliden Finanzierung auch eine langfristige Zukunftsstrategie sein muss», hieß es in der Stellungnahme.

Bereits bei seiner vorigen Sitzung im September hatte der Karstadt-Aufsichtsrat die Weichen für einen harten Sanierungskurs gestellt. Auch die Schließung verlustreicher Filialen wurde dabei nicht ausgeschlossen. Konkrete Beschlüsse gab es aber zunächst nicht.