SECHSTER TAG IN SERIE

Katalonien-Konflikt: Neue Proteste in Barcelona

Die katalanischen Separatisten haben erneut gegen langjährige Haftstrafen für neun Führer der Unabhängigkeitsbewegung protestiert.
dpa
Gegenüberstellung
In der Innenstadt von Barcelona stehen sich Demonstranten und Polizisten gegenüber. Foto: Germán Lama/Europa Press/dpa
Brennende Straßenbarrikade
Brennende Straßenbarrikade in Barcelona: Neue schwere Unruhen haben den Unabhängigkeitskonflikt in Katalonien bedrohlich angeheizt. Foto: Manu Fernandez/AP/dpa
Barcelona
Brennende Straßenbarrikade in Barcelona: Der Protest gegen die Haftstrafen für neun Separatistenführer wird gewalttätiger. Foto: Manu Fernandez/AP/dpa
Proteste in Katalonien
Demonstranten sind auf dem Weg ins Zentrum von Barcelona. Foto: Joan Mateu/AP/dpa
Polizisten im Einsatz
Polizisten wurden von Demonstranten mit Farbe beworfen. Foto: Bernat Armangue/AP/dpa
Motorisierter Protest
Demonstranten stehen auf einem Traktor und schwenken katalanische Fahnen. Foto: Manu Fernandez/AP/dpa
Rechte Proteste
Auch Rechtsextreme, die die spanische Einheit unterstützen, gingen in der Nacht zu Freitag auf die Straße. Foto: Bernat Armangue/AP/dpa
Proteste und Ausschreitungen
Die Befürworter der Unabhängigkeit Kataloniens protestieren in Barcelona gegen die harten Urteile gegen neun Führer der Separatisten. Foto: Bernat Armangue/AP/dpa
Bewaffneter Einsatz
Die Polizei setzte nach eigener Aussage Schaumgeschosse ein. Foto: Joan Mateu/AP/dpa
Wahrzeichen nicht erreichbar
Die Zugänge zur Sagrada Familia sind blockiert. Foto: Bernat Armangue/AP/dpa
Zusammenstöße
Demonstranten fliehen vor Polizisten. Foto: Emilio Morenatti/AP/dpa
Generalstreik in Barcelona
Eine Demonstrantin steht vor Barcelonas Wahrzeichen, der Sagrada Familia. Foto: Bernat Armangue/AP/dpa
Massen-Demonstration
Ein großer Demonstrationszug auf dem Weg ins Zentrum der Stadt. Foto: Joan Mateu/AP/dpa
Polizeieinsatz
Sicherheitskräfte gehen gegen Demonstranten vor. Foto: Manu Fernandez/AP/dpa
Barcelona.

Rund 6000 Menschen versammelten sich am späten Samstagabend nach Medienschätzungen im Zentrum der Regionalhauptstadt Barcelona. Es war bereits der sechste Protesttag in Serie in der abtrünnigen Region im Nordosten Spaniens, nachdem das Oberste Gericht in Madrid die Haftstrafen von bis zu 13 Jahren am vorigen Montag bekanntgegeben hatte.

Mehrere Dutzend vermummte Demonstranten errichteten in der Nähe des Polizeipräsidiums in Barcelona wieder brennende Barrikaden. Sie setzten dafür unter anderem Müllcontainer in Brand. Sie bewarfen die zahlreichen Polizisten auch vereinzelt mit verschiedenen Gegenständen. Im Gegensatz zu den Abenden zuvor hielten sich die Unruhen am Samstag aber zunächst in Grenzen. Gemäßigtere Demonstranten hätten beschwichtigend eingegriffen, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE.

Auch im Zentrum der spanischen Hauptstadt Madrid gingen am Samstag nach Medienschätzung rund 4000 Menschen aus Solidarität mit den katalanischen Separatisten auf die Straße. Es kam dabei zu Zusammenstößen mit der Polizei, bei der nach amtlichen Angaben 15 Demonstranten und elf Beamte verletzt wurden. Ein Mann sei zudem festgenommen worden, teilten die Behörden mit.

Erst in der Nacht von Freitag auf Samstag hatte Barcelona die gewalttätigste Nacht seit Beginn der Proteste erlebt. In ganz Katalonien gab es 83 Festnahmen. 182 Menschen, darunter 22 Polizisten und zwei Journalisten, wurden verletzt.

Regionalpräsident Quim Torra habe Ministerpräsident Pedro Sánchez angerufen, um ein Treffen vorzuschlagen. Der Sozialist sei aber nicht ans Telefon gegangen, berichteten die Zeitung „El País” und andere Medien unter Berufung auf beide Seiten. Madrid habe am Samstag wissen lassen: Erst müsse das Gesetz respektiert werden, dann könne es auch einen Dialog geben. Torra hatte zwar ein Ende der Gewalt gefordert, diese aber nach Ansicht der Zentralregierung nicht ausdrücklich verurteilt. „Die Gewalttätigen werden den Staat nicht bezwingen”, schrieb Sánchez am Samstag auf Twitter.

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