Unsere Themenseiten

Keine Trendwende im Flüchtlingsdrama auf der Balkanroute

Trotz des EU-Krisentreffens bleibt das slowenische Grenzdorf Rigonce Brennpunkt der Flüchtlingskrise entlang der Balkanroute.

Bis Montag 14.00 Uhr seien aus Kroatien rund 6000 Flüchtlinge über die grüne Grenze in die kleine Gemeinde mit 170 Einwohnern eingereist, berichtete die nationale Nachrichtenagentur STA unter Berufung auf die Polizei.

Bei dem Brüsseler Treffen am Vortag war eigentlich vereinbart worden, dass nicht mehr wie bisher Tausende Flüchtlinge ohne Ankündigung von Kroatien an die Grenze zu Slowenien transportiert werden.

In den großen Aufnahmezentren Sloweniens warteten knapp 11 000 Menschen auf ihre Weiterreise nach Österreich und dann nach Deutschland.

Auch südlich an der Grenze zwischen Serbien und Kroatien wurden wieder viele Tausend Flüchtlinge und Migranten gezählt. Am Montag seien bis 15.00 Uhr knapp 6000 Flüchtlinge angekommen, meldete das kroatische Innenministerium. Im Erstaufnahmezentrum Opatovac warteten weitere 2800 Menschen auf ihren Transport in Richtung Slowenien.

Der tagelange Streit zwischen den beiden EU-Nachbarn Kroatien und Slowenien ging weiter. Medien zitierten Kroatiens Regierungschef Zoran Milanovic, sein Land werde solange Flüchtlinge an die Grenze zu Slowenien bringen, bis die Einreisezahlen aus Serbien zurückgingen. Kroatiens Innenminister Ranko Ostojic warf in der wichtigsten slowenischen Zeitung «Delo» dem Nachbarland vor, immer noch schlecht organisiert und zu langsam beim Weitertransport der Flüchtlinge nach Österreich zu sein.

Auch den slowenischen Überlegungen, mit einem Zaun den Flüchtlingstreck zu stoppen, erteilte er eine Absage: «Wenn Ihr nicht bereit seid, auf die Leute zu schießen, dann wird der Zaun niemanden aufhalten», sagte der Minister: «Ich werde mich an die Spitze der Flüchtlingskolonne setzen, und wenn dann einer schießen will, dann soll er doch auf mich schießen».