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Klopp, Labbadia und andere: Trainer im Blickpunkt

Klopp, Labbadia und andere: Trainer im Blickpunkt
Klopp, Labbadia und andere: Trainer im Blickpunkt
Bernd Thissen

Die Blicke werden sich vor einigen Partien am 29. Spieltag der Fußball-Bundesliga besonders auf die Trainer richten. Jürgen Klopp wird in Dortmund bald gehen, der Hamburger SV hat in Bruno Labbadia schon wieder einen neuen Übungsleiter.

Gesprochen wurde vor dem 29. Spieltag auch über Markus Gisdol und Huub Stevens sowie Trainer, die derzeit gar keinen Job haben. Ihre Kollegen vom Freitag-Spiel, Frankfurts Thomas Schaaf und Gladbachs Lucien Favre, stehen dagegen außerhalb jeglicher Diskussion.

ERSATZ UND RÜCKKEHRER: Torjäger Alex Meier und Abwehrspieler Carlos Zambrano fehlen, außerdem Marco Russ und Marc Stendera - zum Auftakt des 29. Spieltages kommt es bei Frankfurt nicht zuletzt auf die sonstigen Reservisten an. Nelson Valdez und Haris Seferovic sollen Gladbachs Abwehr ins Wackeln bringen. Deren Chef Markus Stranzl fällt weiterhin aus. Dafür kehrt Weltmeister Christoph Kramer nach seiner Gelb-Sperre bei der zuletzt viermal siegreichen Borussia zurück.

TAYFUN KORKUT: Schon ein Unentschieden würde Hannovers Trainer Tayfun Korkut zufriedenstellen, obwohl 96 in der Rückrunde noch kein Spiel gewonnen hat. Trotz des Abrutschens in die Gefahrenzone besitzt der Coach eine Jobgarantie. Beim seit Wochen überzeugenden Tabellen-Vierten aus Leverkusen ist nach der Trennung von Abwehrspieler Emir Spahic wegen dessen Prügelattacke schnell wieder Ruhe außerhalb des Platzes eingekehrt.

VALENTIN STOCKER: Der Schweizer Nationalspieler in Berliner Diensten hat mit seinen ersten beiden Saisontoren zuletzt den 2:0-Sieg gegen Paderborn eingeleitet und das 1:1 in Hannover gesichert. Mit einem Erfolg gegen die punktgleichen Kölner könnte Hertha BSC den Klassenverbleib praktisch perfekt machen, für den FC gilt bei einem Sieg das Gleiche. «Meiner Meinung nach darf man dieses Spiel nicht verlieren», sagt Hertha-Trainer Pal Dardai.

JULIAN SCHUSTER: Sollte es Elfmeter für Freiburg geben und sich nach drei Fehlschüssen in dieser Saison sonst niemand trauen, würde es Julian Schuster drei Tage nach seinem 30. Geburtstag wieder probieren. Das hat der Unglücksrabe vom 0:0 in Schalke angekündigt. Auch sein Elfmeter-Foul vor dem 0:1 im DFB-Pokal in Wolfsburg hat er abgehakt. Muss Schuster auch: Freiburg will nach sieben Punkten im Abstiegskampf gegen Tabellen-Nachbar Mainz nachlegen.

MARKUS GISDOL UND DER BAYERN-ARZT: Hoffenheim hat Planungssicherheit auf der Trainerbank geschaffen, Coach Markus Gisdol hat bis 2018 verlängert - und will mit seinem Team nun die Bayern ärgern. Unerwartete Unruhe kommt beim Meister aus der medizinischen Abteilung. Einen Tag nach der Porto-Pleite trat die Arzt-Institution Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt mit sofortiger Wirkung zurück. Das Vertrauensverhältnis sei beschädigt, teilt er mit. Noch eine Baustelle mehr bei den ohnehin derzeit gebeutelten Bayern.

JÜRGEN KLOPP: Nach sieben Jahren in Dortmund beginnt für Jürgen Klopp die Abschiedstournee. Sollte gegen Abstiegskandidat Paderborn der eingeplante Sieg gelingen, könnte der Einzug in die Europa League näher rücken - und damit erst recht der Dank aller Borussen. SC-Kollege André Breitenreiter äußerte Respekt für Klopps Schritt, hat aber nichts zu verschenken. Thomas Tuchel hat im Westfalen-Derby keine tragende Rolle, dürfte aber als möglicher Klopp-Nachfolger ein Gesprächsthema sein.

HUUB STEVENS: Wer den VfB Stuttgart in der kommenden Saison trainiert, ist für Huub Stevens nicht wichtig. Der aktuelle Coach will sich nicht mit Berichten beschäftigen, die den einstigen Leipziger Trainer Alexander Zorniger bereits als künftigen Übungsleiter sehen. In der Tag gibt es Wichtigeres für Stuttgart: drei weitere Punkte für den Klassenverbleib. Markus Weinzierl bleibt langfristig beim FCA und will kurzfristig den Negativtrend stoppen.

BRUNO LABBADIA: Im Nordderby sitzt der vierte Trainer dieser Saison auf der HSV-Bank. Mit einem Kurztrainingslager will Bruno Labbadia das auf den letzten Platz abgestürzte Liga-Gründungsmitglied endlich auf Kurs bringen. «Wir haben einen klaren Plan. Die Mannschaft will - braucht aber deutliche Vorgaben und Halt», betonte Labbadia, der schon von Juli 2009 bis April 2010 für die Hamburger arbeitete. Werder ist aus dem Gröbsten heraus, die Europa League noch möglich.

DIE SCHALKE-OFFENSIVE: Seit 270 Minuten sind die Königsblauen ohne Tor. Klaas-Jan Huntelaar hat seit 1008 Minuten nicht getroffen, Eric Maxim Choupo-Moting seit 900 Minuten nicht. In elf Rückrundenspielen gelangen nur neun Treffer, seit vier Partien kein Sieg mehr. Da bleibt nur die Hoffnung, dass Wolfsburg noch von der die 1:4-Pleite gegen Neapel angeschlagen ist. Der Tabellen-Zweite kann immerhin schon für die Champions League planen, Schalke will zumindest den Europa-League-Platz absichern.