CHAMPIONS LEAGUE

Klopp und Liverpool schaffen Fußball-Wunder gegen Barcelona

In einer magischen Nacht von Anfield haben Jürgen Klopp und der FC Liverpool das Fußball-Wunder geschafft und den haushohen Favoriten FC Barcelona aus allen Endspiel-Träumen gerissen.
dpa
Aufholjagd
Der FC Liverpool steht nach dem beeindruckenden 4:0 gegen FC Barcelona im Finale der Champions League. Foto: Peter Byrne/PA Wire
Autorität
Schiedsrichter Cuneyt Cakir ermahnt Lionel Messi (2.v.l.). Foto: Peter Byrne/PA Wire
1:0
Divock Origi trifft zum 1:0 für den FC Liverpool. Foto: Peter Byrne/PA Wire
Jürgen Klopp
An der Seitenlinie fieberte Liverpool-Trainer Jürgen Klopp mit. Foto: Peter Byrne/PA Wire
2:0
Georginio Wijnaldum (l) möchte nach seinem Treffer zum 2:0 schnell den Ball von Marc-André ter Stegen haben. Foto: Peter Byrne/PA Wire
Doppelschlag
Kurz darauf köpft Wijnaldum (M.) das 3:0. Foto: Dave Thompson/AP
Abwehrarbeit
Virgil van Dijk (l) ist nah an Barcelonas Superstar Lionel Messi dran. Foto: Peter Byrne/PA Wire
Entscheidung
Das 4:0 für die Hausherren besorgte wieder der Belgier Origi (M.) nach einer schnellen Ecke. Foto: Peter Byrne/PA Wire

Die Reds feierten nach einer grandiosen Aufholjagd im Halbfinal-Rückspiel der Champions League ein 4:0 (1:0) gegen die Katalanen und machten damit das 0:3 aus dem Hinspiel vor sechs Tagen wett. Die Klopp-Elf steht wie im Vorjahr im Finale der Königsklasse und hat den ersten Liverpooler Königsklassen-Titel seit 2005 im Visier. Im Finale trifft der Premier-League-Zweite am 1. Juni in Madrid entweder auf Ajax Amsterdam oder Tottenham Hotspur (Hinspiel: 1:0).

Je zweimal der Ex-Wolfsburger Divock Origi (7. und 79.) und der eingewechselte Georginio Wijnaldum (54. und 56.) sorgten mit ihren Treffern für ein Tollhaus in Liverpool. Wieder einmal hat das legendäre Stadion in Anfield eine dieser magischen Europacup-Abende erlebt. So könnte sich für Klopp doch der Traum vom ersten Titel mit Liverpool erfüllen. Denn in der Meisterschaft hat Manchester City einen Spieltag vor Saisonende mit einem Punkt Vorsprung die besseren Karten.

Barca mit Torhüter Marc-André ter Stegen verpassten dagegen den schon sicher geglaubten ersten Endspiel-Einzug seit dem Titelgewinn 2015. Auch den Traum vom Triple kann die bereits als spanischer Meister feststehende Mannschaft von Ernesto Valverde abschreiben.

«Wenn wir volles Risiko gehen, ist das Spiel nach fünf Minuten entschieden», hatte Klopp seine Mannschaft gewarnt. Und doch legte der Premier-League-Zweite einen furiosen Start hin. Angetrieben von der stimmungsvollen Kulisse sorgte Xherdan Shaqiri bereits nach 50 Sekunden erstmals für Gefahr. Und nur sechs Minuten später war es auch schon passiert: Nach einem schlimmen Fehler von Jordi Alba scheiterte Kapitän Jordan Henderson erst an ter Stegen, den Nachschuss drückte aber Origi ins Tor.

Origi und Shaqiri durften von Beginn an auflaufen, weil die verletzten Stars Mohamed Salah und Roberto Firmino nicht zur Verfügung standen. Insbesondere der Ägypter, der am Samstag in Newcastle eine Kopfverletzung erlitt, wurde schmerzlich vermisst. Salah saß auf der Tribüne, sein T-Shirt trug die Aufschrift: «Never give up.» In dieser Phase spielte Liverpool wie aufgedreht, Fabinho lieferte sich gar mit Ex-Liverpool-Torjäger Luis Suarez eine Privatfehde.

Die Spanier benötigten gut zehn Minuten, ehe sie im Spiel waren. Dann herrschte höchste Alarmstufe bei den Engländern. So musste Allison dreimal gegen Lionel Messi (14.), Philippe Coutinho (18.) und Alba (45.+3) retten. Messi, der das Hinspiel mit zwei Toren fast alleine entschied, wurde teilweise von drei Gegenspielern attackiert. Die Spanier verstanden es bis zum Pausenpfiff, Liverpool vom eigenen Tor fernzuhalten. Mehr als ein Schuss von Andrew Robertson (23.) brachte die Klopp-Elf nicht mehr zustande.

Die zweite Halbzeit begann wie die erste. Liverpool erhöhte das Tempo und hatte durch Abwehrchef Virgil van Dijk die Chance zum zweiten Tor (51.). Im Gegenzug bewahrte erneut Allison die Reds bei einer Riesenchance von Suarez vor dem Ende aller Träume (51.). Die vergebene Chance des Uruguayers sollte sich rächen. Nach einem Fehler des Ex-Schalkers Ivan Rakitic brachte Trent Alexander-Arnold den zur Pause eingewechselte Wijnaldum in Szene, der zum 2:0 traf. Und nur zwei Minuten später war der Niederländer per Kopf erfolgreich.

Die Uhr stand wieder auf Null und Barca hatte große Mühe, zurück ins Spiel zu finden. Auch die magischen Momente von Messi blieben aus. Ein Freistoß landete in der Mauer (66.) und dann war da noch Allison, der den Argentinier stoppte (68.). Schon im vergangenen Jahr hatte Allison mit dem italienischen Club AS Rom einen Drei-Tore-Rückstand gegen Barcelona aufgeholt.

Als es so langsam in Richtung Verlängerung ging, leistete sich Barca einen folgenschweren Fauxpas. Bei einer schnell ausgeführten Ecke befanden sich die Katalanen offenbar im Tiefschlaf, Origi schaltete blitzschnell und traf zum 4:0. Messi schaute nur noch entgeistert, während ganz Liverpool Kopf stand.

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