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Kämpfe um Damaskus - UN-Team kommt nicht in bombardiertes Gebiet

Nach den mutmaßlichen Giftgasangriffen nahe Damaskus warten die UN-Inspekteure weiter auf eine offizielle syrische Genehmigung zur Untersuchung des Vorfalls.

Regimegegner berichteten, die Regierungstruppen hätten ihre Angriffe auf Rebellenhochburgen am Stadtrand von Damaskus am Freitag mit unverminderter Härte fortgesetzt. Den Rebellen sei es gelungen, ein Vorrücken der Armee im Viertel Dschobar zu verhindern.

Die Vereinten Nationen hatten zuvor erklärt, die Chemiewaffenexperten, die sich in Syrien aufhalten, könnten die betroffenen Gebiete derzeit nicht in Augenschein nehmen. Dies wurde mit der schlechten Sicherheitslage im Umland von Damaskus begründet.

Am vergangenen Mittwoch hatte es bei Angriffen der Regierungstruppen östlich und südlich von Damaskus nach Angaben der Revolutionskomitees Hunderte von Opfern gegeben. Die Opposition wirft der Armee von Präsident Baschar al-Assad vor, dort auch Giftgas eingesetzt zu haben. Eine Gruppe von Rebellenkommandeuren erklärte jetzt, die internationalen Reaktionen auf dieses Verbrechen seien nicht ausreichend.

In den Reihen der Assad-Gegner gibt es neue Konflikte. Die Gruppe von Rebellenkommandeuren forderte die von Oppositionellen gegründete Nationale Syrische Allianz auf, ihre praktische Unterstützung für die kämpfenden Revolutionäre zu verstärken. Sonst werde man «die Allianz für illegal erklären».

Der Zusammenschluss der Opposition sieht sich ohnehin schon länger massiver Kritik ausgesetzt. Da es ihm bisher weder gelungen ist, in großem Stil Militärhilfe zu beschaffen noch eine politische Lösung voranzutreiben, wird er sowohl von den Rebellen unter Druck gesetzt, als auch von westlichen Diplomaten.

Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete am Freitag, Assad habe eine begrenzte Kabinettsumbildung beschlossen. Er ernannte sechs neue Minister.

Bei einem Sprengstoffanschlag in einem Restaurant in Aleppo kam nach übereinstimmenden Berichten am Donnerstagabend ein regimetreuer Fernsehjournalist ums Leben. Am Donnerstag starben bei Angriffen und Kämpfen in mehreren Regionen 180 Menschen, wie die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter mitteilte. Darunter seien auch sieben Ausländer, die auf der Seite der Regimegegner gekämpft hatten. Am Freitag zählten Regimegegner bis zum Nachmittag rund 50 Tote.