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Konjunkturdaten und Wall Street ziehen Dax wieder runter

Die Ergebnisse des europäischen Banken-Stresstests haben dem deutschen Aktienmarkt am Montag nur kurz Schwung gegeben.

Schwache Konjunkturdaten aus Deutschland drückten den Dax bereits nach der ersten Handelsstunde wieder unter die Marke von 9000 Punkten und ins Minus. Die absehbar tiefere Eröffnung an der Wall Street ließ die Verluste am Nachmittag noch anwachsen.

In den ersten Handelsminuten war der deutsche Leitindex noch bis auf 9085 Punkte hochgesprungen. Zuletzt verlor der Dax aber 1,32 Prozent auf 8869,18 Punkte. Auch die zeitweise um 9,5 Prozent angesprungenen Papiere der Commerzbank drehten bis zum Nachmittag um 0,55 Prozent ins Minus. Aktien der Deutschen Bank verloren nach anfänglichen Gewinnen sogar 2 Prozent.

In Deutschland verfügen alle großen Banken über ausreichend Kapital, um auch schweren Krisen zu trotzen, wie die Bankenaufseher am Sonntag mitgeteilt hatten. Einzig die Münchener Hypothekenbank fiel bei den Tests auf Grundlage der Zahlen von 2013 durch.

Marktbestimmend war dann aber erneut die schwache Verfassung der Konjunktur. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft trübte sich im Oktober den sechsten Monat in Folge ein. Das Ifo-Geschäftsklima fiel um 1,5 Punkte auf 103,2 Punkte - den niedrigsten Stand seit dem Dezember 2012. Volkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang auf 104,5 Punkte gerechnet. «Die konjunkturellen Aussichten haben sich nochmals verschlechtert», sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn.

Auch die Bewertung der aktuelle Lage sowie die Erwartungen für das nächste halbe Jahr verschlechterten sich. Eine Belebung der deutschen Wirtschaftsaktivität zeichnet sich in den kommenden Monaten wohl nicht ab, sagte Ulrich Wortberg von der Helaba.

Die trübe Stimmung schwappte auch auf die Eröffnung des US-Marktes über. Immerhin seien die Risiken für US-Konzerne durch die Wirtschaftsschwäche in Europa nochmals unterstrichen worden, erklärte Marktstratege Jasper Lawler von Broker CMC Markets. Ohnehin werde es die Wall Street in einer Woche schwer haben, in der die US-Notenbank wohl ihr Ankaufprogramm für US-Staatsanleihen beenden werde - jenen Impulsgeber, der über zwei Jahre Auftrieb gegeben habe.

Für den MDax der mittelgroßen börsennotierten Unternehmen ging es am Montag um 1,15 Prozent auf 15 444,59 Punkte nach unten. Der TecDax der Technologiewerte sank um 1,05 Prozent auf 1191,67 Punkte.

BASF-Aktien standen nach zahlreichen negativen Analystenkommentaren weiter unter Druck. Die Papiere des Chemiekonzerns fielen um 3,56 Prozent, nachdem sie am Freitag in Reaktion auf gekappte Prognosen bereits um mehr als 3 Prozent abgesackt waren.

Eine erneute Niederlage in der Fußball-Bundesliga hat die Aktien von Borussia Dortmund auch an der Börse mit minus 4,60 Prozent in den Tabellenkeller geschickt. Die Westfalen feiern derzeit zwar in der Champions League Erfolge, warten in der Bundesliga aber weiterhin auf eine Trendwende. Am Wochenende setzte es gegen Hannover 96 bereits die sechste Niederlage in der laufenden Saison.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,73 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 137,78 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,21 Prozent auf 150,60 Punkte zu. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2679 (Freitag: 1,2659) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7887 (0,7900) Euro.