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Konjunkturdaten vermiesen Börsianern den Jahresbeginn

Der deutsche Aktienmarkt ist nach schwachen europäischen Konjunkturdaten durchwachsen ins neue Jahr gestartet.

Allerdings verlief der Handel am Freitag weiterhin eher dünn, da viele Investoren erst in der kommenden Woche aus ihrem Weihnachtsurlaub zurückkehren.

Der Dax stand am Nachmittag 0,46 Prozent tiefer bei 9760,40 Punkten. Im turbulenten Börsenjahr 2014 hatte der deutsche Leitindex nach einer Berg- und Talfahrt letztlich um insgesamt eher magere 2,65 Prozent zugelegt.

Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Freitag um 0,22 Prozent auf 16 972,66 Punkte nach oben und der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,81 Prozent auf 1382,40 Punkte vor. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone fiel moderat.

In der Industrie des Euroraums hatte sich die Stimmung zum Jahresende weniger als erwartet aufgehellt. Vor diesem Hintergrund konnten auch Anzeichen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) schon bald mit Staatsanleihenkäufen starten könnte, die Stimmung der Investoren nicht nachhaltig aufhellen.

EZB-Chef Mario Draghi hatte in einem Interview des «Handelsblatts» die Bereitschaft zu weiteren Maßnahmen der Notenbank im Kampf gegen eine zu niedrige Inflation bekräftigt. Die EZB sei in technischen Vorbereitungen, «um den Umfang, Tempo und die Zusammensetzung unserer Maßnahmen Anfang 2015 zu verändern, sollte dies notwendig werden». Der Beginn breit angelegter Käufe von Staatsanleihen durch die EZB noch im Januar erscheine nun nahezu sicher, kommentierte ein Börsianer die Äußerungen.

Die Aktien der Lufthansa starteten als eine von wenigen positiven Ausnahmen mit einem Plus von 1,88 Prozent ins neue Jahr. 2014 hatten die Papiere der streikgeplagten Fluggesellschaft mit einem Minus von rund 10 Prozent zu den schwächsten Dax-Werten gezählt.

An der Spitze des Dax standen aber die Commerzbank-Aktien, die um mehr als 2 Prozent vorrückten. Konzernchef Martin Blessing hatte in einem Interview der «Börsen-Zeitung» am Eigenkapitalrendite-Ziel für die Kernbank festgehalten.

Zu den schwächsten Werten im deutschen Leitindex zählten die Papiere des Autobauers BMW mit minus 1,94 Prozent. Hier belasteten einem Händler zufolge Absatzsorgen in China. Die Papiere des Automobilzulieferers und Reifenherstellers Continental gaben ebenfalls um knapp 2 Prozent nach.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,48 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 139,86 Punkte. Für den Bund Future ging es um 0,13 Prozent auf 156,01 Punkte nach oben.

Der Euro fiel auf den tiefsten Stand seit viereinhalb Jahren. Zwischenzeitlich kosteten ein Euro nur noch gut 1,2026 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2043 (Mittwoch: 1,2141) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8304 (0,8237) Euro.