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Konjunkturängste fressen Dax-Gewinn eines Jahres auf

Die Börsengewinne eines ganzen Jahres sind futsch: Sorgen um die Konjunktur und früher steigende US-Zinsen haben den Dax am Freitagmittag tief in negatives Terrain befördert.

Zeitweise fiel der Leitindex unter die Marke von 8800 Punkten - das letzte Mal hatte er vor zwölf Monaten derart niedrig gestanden. Zuletzt verlor der Dax 2,25 Prozent auf 8802,72 Punkte.

Damit deutet sich für die abgelaufene Woche ein Verlust von mehr als vier Prozent an. Dies entspräche dem größten Wochenminus in diesem Jahr. Der MDax fiel am Freitag um 2,60 Prozent auf 14 806,61 Punkte. Der TecDax sackte um 3,65 Prozent auf 1140,97 Punkte ab. Beim Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 stand ein Minus von 1,64 Prozent.

Am Freitag zogen sehr schwache Vorgaben von der Wall Street und aus Asien das deutsche Börsenbarometer abwärts. Grund dafür waren Aussagen von US-Notenbankern, die auf eine früher als erwartete Erhöhung des Leitzinses hindeuteten. Händler begründeten den tiefen Fall vor dem Wochenende auch damit, dass der Index psychologisch wichtige Marken gerissen habe. Diese Grenzwerte können beim Erreichen neue Verkaufsaufträge auslösen und Indizes somit noch weiter in die Tiefe reißen.

Laut Daniel Saurenz, Marktexperte bei Feingold Research, waren die Aktienkurse für das gegebene Umfeld lange Zeit zu hoch und passten sich nun der Lage an. Anscheinend hätten Anleger das Vertrauen verloren, dass die Notenbanken alles richten werden.

Zudem geistere in Europa das Deflationsgespenst durch die Lande und verstärke die Probleme. «Wurde jahrelang jeder Dax-Rücksetzer zum Neueinstieg genutzt, hat sich das Blatt gewendet. Die Dax-Ampel steht erstmals seit Jahren auf rot», meinte Saurenz.