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Kruse-Hattrick-Gala beschert Werder ersten Kohfeldt-Sieg

Kruse-Hattrick-Gala beschert Werder ersten Kohfeldt-Sieg
Kruse-Hattrick-Gala beschert Werder ersten Kohfeldt-Sieg
Carmen Jaspersen

Dank einer Max-Kruse-Gala hat Probe-Trainer Florian Kohfeldt im zweiten Spiel als Coach des SV Werder Bremen den ersten Sieg gefeiert.

Der 35-Jährige Nachfolger von Alexander Nouri kam mit Werder gegen den Nord-Rivalen Hannover 96 zu einem überzeugenden 4:0 (1:0)-Erfolg. Die abstiegsbedrohten Bremer zogen nach Toren von Fin Bartels (39. Minute) und Max Kruses Hattrick (55., 59., 78.) in der Tabelle der Fußball-Bundesliga am SC Freiburg vorbei auf den Relegationsrang. Aufsteiger Hannover fiel auf Rang acht zurück.

Neun Tage nach Beginn seines Sechs-Spieltage-Engagements sah Kohfeldt eine starke Leistung seines Teams mit einem überragenden Kruse, der an allen vier Treffern beteiligt war. Die Bremer spielten vor 41 500 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion engagiert und mutig nach vorn und zeigten sich deutlich offensiver als unter Nouri. Ein Plus an Torchancen und Treffern war Ausdruck dieses Übergewichts. Vier Tore hatten die Bremer in allen elf Spielen zuvor geschossen.

Die Bremer spielten keinesfalls wie ein Abstiegskandidat und überzeugten wie schon in der ersten Halbzeit gegen Frankfurt (1:2) – bei Kohfeldts erstem Einsatz an der Linie. „Es macht wieder Spaß, hier Fußball zu schauen”, lobte der Stadionsprecher schon in der Pause und kritisierte damit indirekt Nouri.

Der stark in die Saison gestartete Aufsteiger bot hingegen eine seiner schwächsten Leistungen. Die durch die Ausfälle von mehreren Stammspielern geschwächten Hannoveraner kamen kaum zu Offensivaktionen und hatten auch in der Defensive Mühe.

Für den fehlenden Torwart Philipp Tschauner stand Michael Esser zwischen den Pfosten. Er hatte deutlich mehr zu tun als sein Gegenüber Jiri Pavlenka. Der aus Darmstadt gekommene Esser, der zuvor nur ein Pokalspiel für 96 absolviert hatte, erwies sich als sicherer Rückhalt; angesichts der Fehler seiner Mitspieler konnte er einem aber leid tun.

Nachdem Esser die ersten Chancen der Bremer noch mit starken Reflexen verhindert hatte, war der Schlenzer von Bartels nach einem herrlichen Pass von Kruse nicht halten. Vorausgegangen war ein Fehler von Hannovers Pirmin Schwegler, den Bartels zu einem Konter nutzte.

Während die Bremer sich einige Tormöglichkeiten erarbeiteten, hatten Hannovers Stürmer kaum Chancen. Der Ex-Bremer Martin Harnik und Jonathas erhielten wenig verwertbare Zuspiele. Das umstrukturierte 96-Mittelfeld, das kurioserweise mit der früher von Werder bevorzugten Raute begann, konnte nur ganz selten den Ball gefährlich auf die Angreifer spielen.

Die erste Torchance hatte Hannover erst direkt nach dem Wiederanpfiff, aber Pavlenka parierte hervorragend gegen den frei vor ihm auftauchenden Harnik – die Tore fielen auf der anderen Seite: Der überragende Kruse verwandelte zunächst einen Pass von Philipp Bargfrede, der einen Fehler von Sebastian Maier zu einem Konter nutzte. Und schon vier Minuten später schlenzte der zu Beginn der Saison verletzte Angreifer den Ball nach Bartels-Pass schön am chancenlosen Esser vorbei ins Netz.