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Leipzig mit kleinem Schritt Richtung Aufstieg

Leipzig mit kleinem Schritt Richtung Aufstieg
Leipzig mit kleinem Schritt Richtung Aufstieg
Uwe Anspach

RB Leipzig steht vor den entscheidenden Tagen dieser Saison. Am Dienstag verkündete Ralph Hasenhüttl als einer der Trainer-Topkandidaten des wahrscheinlichen Bundesliga-Aufsteigers seinen bevorstehenden Abschied vom FC Ingolstadt.

Dem Österreicher werden nun gute Chancen zugerechnet, in der kommenden Saison die «Roten Bullen» zu trainieren. Den Sprung in die Eliteklasse könnten die Leipziger am kommenden Wochenende perfekt machen - allerdings nur bei guter Fügung. Dazu benötigen sie einen Heimsieg am Freitag gegen Arminia Bielefeld und eine Niederlage des einzig verbliebenen Verfolgers 1. FC Nürnberg einen Tag später in Braunschweig. Eine bessere Ausgangsposition verspielte der Tabellenzweite der 2. Fußball-Bundesliga am Montagabend durch das 1:1 (0:0) beim 1. FC Kaiserslautern.

«Wir können mit dem Punkt leben», befand Noch-Trainer Ralf Rangnick aber trotz des späten Lauterer Ausgleichs durch Kacper Przybylko sieben Minuten vor Schluss. «Wir haben vier Punkte Abstand und noch zwei Heimspiele - es liegt alles in unserer Hand. Deshalb sind wir auch nicht nervös, wir können uns theoretisch sogar noch eine Niederlage erlauben», betonte Rangnick, der sich in der neuen Saison ganz auf die Aufgabe als Sportdirektor bei RB konzentrieren will. «Wenn wir das nächste Spiel gegen Bielefeld gewinnen, haben wir es in der eigenen Hand und müssen nicht auf die Konkurrenten schauen.»

Mittlerweile gewann der große Aufstiegsfavorit zwar nur drei seiner vergangenen sieben Spiele. Doch unruhig wird deshalb kaum einer, auch Offensivspieler Marcel Sabitzer nicht. «Druck war schon immer da, die ganze Saison», sagte der Österreicher. «Wir sind zufrieden mit unserer Rolle, wir würden mit keinem Team tauschen.» Die vier Punkte Vorsprung auf Nürnberg werde man ganz sicher «übers Ziel bringen».

Größter Aufreger aus Leipziger Sicht blieb so am Montag die Rückkehr von Willi Orban in die alte Heimat. 18 Jahre lang spielte der in Kaiserslautern geborene Verteidiger für den FCK. Trotzdem wurde er im Fritz-Walter-Stadion bei jeder Ballberührung ausgepfiffen und musste sich sogar teils beleidigende Plakate auf den Zuschauerrängen ansehen. «Das ist eine Dimension an Geschmacklosigkeit, die ich noch nicht gesehen habe», meinte Rangnick.

Dieser «Empfang» blieb nicht ohne Wirkung. Orban wirkte nervös und sah in der 63. Minute sogar eine umstrittene Gelb-Rote Karte. «Das war ein Knackpunkt im Spiel», klagte Rangnick. Bis dahin war der Favorit die klar bessere Mannschaft gewesen und durch den Schweden Emil Forsberg (56. Minute) auch völlig verdient in Führung gegangen. Danach kamen die willensstarken Lauterer aber noch einmal auf und durch Przybylko zum Ausgleich.