Unsere Themenseiten

Kohlschreiber unterliegt Djokovic - Haas in Runde zwei

Kohlschreiber unterliegt Djokovic - Haas in Runde zwei
Kohlschreiber unterliegt Djokovic - Haas in Runde zwei
Facundo Arrizabalaga

Nach der glatten Niederlage gegen «Ballmaschine» Novak Djokovic übte sich Philipp Kohlschreiber in Galgenhumor.

«So schnell, wie Wimbledon gekommen ist, ist es auch schon wieder vorbei. Dann spiele ich jetzt halt Bundesliga», sagte der beste deutsche Tennisprofi nach der Dreisatz-Demonstration des Vorjahressiegers in Runde eins. Auch Kohlschreibers Davis-Cup-Kollegen Florian Mayer und Jan-Lennard Struff schieden am Montag bereits aus.

Der nimmermüde Tommy Haas dagegen schaffte souverän den Einzug in die zweite Runde. Der 37 Jahre alte gebürtige Hamburger gewann bei seinem 15. Wimbledon-Start 6:2, 6:3, 4:6, 6:2 gegen den Serben Dusan Lajovic. Der älteste Spieler im Hauptfeld bekommt es jetzt mit dem an Nummer sieben gesetzten Kanadier Milos Raonic zu tun.

Bei den Damen gewann Anna-Lena Friedsam gegen die Russin Witalia Dijatschenko 3:6, 6:3, 7:5. Die 21-Jährige aus Andernach steht jetzt aber gegen die aufstrebende Schweizerin Belinda Bencic vor einer weitaus größeren Herausforderung.

Trotz seiner Mammutaufgabe gegen den Boris-Becker-Schützling Djokovic wollte Kohlschreiber nach der 4:6, 4:6, 4:6-Pleite nicht mit der Auslosung hadern. «Es kam zuletzt knüppeldick, aber das sind Sachen, die man nicht beeinflussen kann», sagte der 31 Jahre alte Augsburger.

Durch seine Erstrunden-Niederlage in Halle gegen Roger Federer war Kohlschreiber in der Weltrangliste von Platz 31 auf 33 abgerutscht - und in Wimbledon daher der erste ungesetzte Spieler. Und hätte der Spanier David Ferrer am Sonntag nur wenige Minuten vorher seine Teilnahme abgesagt, wäre Kohlschreiber auf dessen Platz gerutscht und hätte sich die denkbar schwerste Erstrunden-Aufgabe erspart.

«Man kann jetzt den paar Momenten nachtrauern, in denen man nicht gewonnen hat und dadurch Weltranglistenpunkte verloren hat», sagte Kohlschreiber, der in der Pressekonferenz gefasst und ruhig wirkte. «Aber ich muss jetzt dranbleiben und weiterhin das Positive sehen.»

Wie schon bei seinem Aus in Halle gegen Federer machte Kohlschreiber auch Djokovic zunächst das Leben schwer. Doch in den wichtigen Momenten der Partie zeigte sich der Serbe konzentrierter und nervenstärker. «Dann ist er wie eine Ballmaschine, der dich mit seiner brutal soliden Art vom Platz spielt», sagte Kohlschreiber.

Im ersten, zweiten Satz und dritten Satz nahm Djokovic seinem Kontrahenten jeweils zum 6:4 das Aufschlagsspiel ab - und machte nach 2:03 Stunden den siebten Sieg im achten Duell mit Kohlschreiber perfekt. Djokovic strebt bei dem Grand-Slam-Klassiker seinen dritten Titel nach 2011 und 2014 an - und würde damit mit seinem prominenten Coach gleichziehen, der 1985, 1986 und 1989 triumphierte.

«Es ist großartig, zurück in Wimbledon zu sein und auf dem noch unberührten Rasen zu spielen und das Turnier auf dem Center Court als Titelverteidiger zu eröffnen», sagte Djokovic. «Natürlich ist es ein besonderes Gefühl, anders als bei allen anderen Turnieren.»

Für Kohlschreiber, Mayer, Struff und Annika Beck ist das spezielle Wimbledon-Feeling jedoch schon wieder Geschichte. Mayer verlor gegen den Argentinier Juan Monaco 1:6, 2:6, 4:6. Struff unterlag Bernard Tomic aus Australien 3:6, 6:3, 6:2, 2:6, 3:6. Beck scheiterte nach einer 6:0, 3:6, 4:6-Niederlage an der Belgierin Kirsten Flipkens.