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Ölpreise brechen während Opec-Konferenz ein

Verbraucher freuen sich über fallende Benzin- und Heizölpreise - doch die Ölförderländer der Opec kämpfen gegen sinkende Einnahmen. Während das Ölkartell in Wien über Fördermengen beriet, beschleunigte sich der Preisverfall.

Die Rohölpreise fielen auf den tiefsten Stand seit mehr als vier Jahren. Auf der Tagung zeigte sich das Ölkartell tief gespalten. Dabei standen sich die Fronten der Befürworter von Förderkürzungen und die Gegner gegenüber.

Auf Seite des Ölstaates stehen laut dem saudi-arabischen Ölminister al-Naimi auch Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar. Andere große Ölförderländer, wie Iran oder Venezuela, wollen dagegen am Förderhebel drehen.

Der saudische Ölminister Ali Al-Naimi hatte schon vor dem Treffen erklärt: «Niemand sollte kürzen, und der Markt wird sich von selbst stabilisieren.» Zum Auftakt der Tagung pflichtete Kuwaits Ölminister Ali Saleh Al-Omair ihm bei, das derzeitige Überangebot am Markt stamme nicht nur von Opec-Ländern. «Selbst wenn Opec leicht kürzt, würde das nicht dazu beitragen, das Überangebot am Markt zu verringern.»

Der venezuelanische Außenminister Rafael Ramirez signalisierte hingegen Zustimmung zu einer Produktionskürzung, um die Preise zu stabilisieren. «Wir brauchen einen Preis der für jeden gut ist», sagte er. Der liege bei rund 100 US-Dollar pro Barrel.

Davon sind die Ölpreise derzeit weit entfernt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar kostete am Donnerstag zeitweise 75,95 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit September 2010.

Seit dem Sommer sind die Ölpreise um rund 30 Prozent abgerutscht - trotz der Krisen im Nahen Osten und des Ukraine-Russlands-Konflikts. Als Folge sind auch die Kraftstoffpreise so niedrig wie seit langem nicht mehr. Der Preis für Heizöl lag erstmals seit mehr als vier Jahren unter der Marke von 70 Euro für 100 Liter. Das Internet-Portal des Messtechnik-Herstellers Tecson ermittelte einen bundesweiten Durchschnittspreis von 69,20 Euro.

Die Opec steht für etwa ein Drittel der Opec-Produktion, die wiederum ein Drittel der weltweiten Ölproduktion ausmacht. Je niedriger der Ölpreis, desto geringer sind die Einnahmen der zwölf Mitgliedsländer. Die globale Nachfrage nach dem «Schmiermittel der Weltwirtschaft» lahmt angesichts der flauen Konjunktur.

Zudem haben die USA als weltgrößter Energieverbraucher ihre Ölproduktion deutlich ausgeweitet. Es gab dort einen regelrechten Schieferölboom, der am am Ölmarkt ein Überangebot und damit die sinkenden Preise auslöste. Saudi-Arabien hat daraufhin sogar Anfang November US-Kunden überraschend einen Sonderrabatt gewährt.

Wie schwer der Preisverfall die Ölförderer trifft, zeigt auch Russland. «90 Milliarden bis 100 Milliarden Dollar verlieren wir, weil der Ölpreis um 30 Prozent gefallen ist», hatte kürzlich Russlands Finanzminister Anton Siluanow erklärt.