Elisabeth Borne
Frankreichs Premierministerin Elisabeth Borne. Ludovic Marin/Pool via AP/dpa
Parlamentswahl in Frankreich

Macron lehnt Rücktritt von Premierministerin ab – Beratungen

Es ist üblich, dass der Regierungschef in Frankreich nach der Parlamentswahl ein Rücktrittsgesuch einreicht. Doch in diesem Jahr ist der Schritt mehr als nur eine Formalität.
dpa
Paris

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach seiner Schlappe bei der Parlamentswahl ein Rücktrittsgesuch von Premierministerin Élisabeth Borne am Dienstag abgelehnt.

Er wolle, dass sie im Amt und die Regierung damit handlungsfähig bleibe, teilte der Élyséepalast am Dienstag mit. Das Rücktrittsgesuch der amtierenden Regierung ist nach der Parlamentswahl in Frankreich üblich und eher ein formeller Akt.

Nun aber ist die Lage eine besondere. Bei der Wahl am Sonntag nämlich hatte das Mitte-Lager des Präsidenten keine absolute sondern nur noch eine einfache Mehrheit erhalten, eine in Frankreich seit über 30 Jahren nicht mehr da gewesene Situation.

Macron sucht nach Mehrheiten

Vor diesem Hintergrund begann Macron am Dienstagmorgen nacheinander Gespräche mit den Führern der im Parlament vertretenen Parteien, um Möglichkeiten für eine konstruktive Zusammenarbeit oder Koalition auszuloten. Bis zum Mittwoch sollten diese Gespräche abgeschlossen sein, hieß es aus dem Élyséepalast.

Die eigentlich am Dienstag geplante Kabinettssitzung wurde abgesagt. Regierungschefin Borne habe am Nachmittag ein Treffen mit den Ministerinnen und Ministern einberufen, berichtete die Zeitung „Le Parisien”.

© dpa-infocom, dpa:220621-99-739945/2

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