TOURAUFTAKT IN BERLIN

Mark Forster bringt Kinder und Eltern zum Tanzen

– So richtig weit hat er es nicht zu seinem ersten Tourstopp: Mark Forster, in der Pfalz geboren, wohnt seit 14 Jahren in Berlin.
dpa
Mark Forster
Mark Forster sorgt für gute Laune. Foto: Jörg Carstensen

In Friedrichshain, ganz in der Nähe seiner Wohnung, beginnt am Donnerstagabend die Konzertreise zu seinem aktuellen Album «Liebe». In der ausverkauften Mercedes-Benz-Arena präsentiert der Popsänger Charthits wie «Au Revoir», «Chöre» oder «Kogong». Die Zuschauer feiern stimmgewaltig und textsicher mit.

«Leck mich am Arsch, seid ihr viele», begrüßt der Songwriter seine Fans um kurz nach 20 Uhr. Da steht er noch in der Mitte der Halle auf einer kleinen Bühne. Wie gewohnt mit Baseball-Kappe, Brille und Bart. Forsters Markenzeichen. Nach zwei Songs schreitet er durchs Publikum zur Hauptbühne. Dort warten zwei Sängerinnen und Band.

Links daneben tanzt Julian gut gelaunt zu Songs wie «Einmal» und «Sowieso». Der Achtjährige ist, wie so viele an diesem Abend, mit seinen Eltern gekommen. Oft ist unklar, wer in der Familie der größere Forster-Fan ist. Was er so gut an dem Sänger finde? «Die Lieder sind toll», antwortet Mutter Irina stellvertretend.

Die meisten Kinder kennen Forster als Coach der Castingshow «The Voice Kids». Bei seinem Berlin-Konzert gibt der Mittdreißiger den Gute-Laune-Bär. Und zeigt immer wieder auf einer Leinwand Szenen eines Comics. In der Hauptrolle: Der kleine «Forsti», der die Liebe sucht.

Auf prominente Gastmusiker verzichtet Forster beim Tourauftakt, was viele überrascht. «Ich habe mich nicht darum gekümmert. Ich habe es vergessen, es gibt keinen Stargast», erklärt er dem Publikum. Stattdessen gibt er vor, Kollegen wie Michael Patrick Kelly und Sido per Videoanruf live zu kontaktieren. Die beiden sind lediglich auf der Leinwand zu sehen.

Aber auch solo begeistert der Pfälzer aus einem kleinen Ort bei Kaiserslautern («Ganz Winnweiler passt in diese Halle. Mehrfach. Samt Häusern»). Und das nicht nur mit seinem für ihn typischen Gute-Laune-Pop. Auch Balladen wie «Genau wie du» und «Natalie», in denen er am Klavier emotional über seinen Vater und seine Schwester singt, bewegen.

Bis auf Julian. Der sitzt zwischendurch gelangweilt auf dem Boden und gähnt. Er hätte eigentlich vor zwei Stunden schon ins Bett gemusst. Heute darf er länger aufbleiben. Papa trinkt noch ein Bier, Mama macht Videos mit dem Smartphone.

Beim großen Finale mit den Hits «Chöre» und «Bauch und Kopf» sitzt der Grundschüler dann wieder strahlend auf Papas Schultern, zeigt fasziniert auf den Konfettiregen und die Feuerfontänen. Mit seiner Brille und der Kappe sieht er fast so aus wie «Forsti». Jetzt freut er sich aufs Bett.

Nach dem zweistündigen Konzert verlassen mehrere Kinder an der Hand ihrer Mütter die Halle. Sören, sieben Jahre, isst gut gelaunt seine Nachos. Für ihn ist es das erste Konzert gewesen. «Mark sieht gut aus und singt gute Lieder», sagt er. Eigentlich hätte er schon vor drei Stunden schlafen sollen.

«Mit der größeren Schwester hätten wir das nicht machen können, die ist eine Schlafmütze», sagt Mama Maxie im schwarzen Fanshirt und nimmt Sören an die Hand. Die Heimfahrt nach Brandenburg dauert noch eine Stunde. Morgen zur ersten Stunde steht keine Musik auf dem Stundenplan, sondern Religion.

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