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Mehr als 121 Tote bei Anschlägen in syrischen Küstenstädten

Mehr als 121 Tote bei Anschlägen in syrischen Küstenstädten
Mehr als 121 Tote bei Anschlägen in syrischen Küstenstädten
Sana Handout

Bei mehreren Anschlägen in den vom Assad-Regime kontrollierten Küstengebieten Syriens sind Aktivisten zufolge mindestens 121 Menschen getötet worden.

Mindestens 73 Menschen seien in der Stadt Dschabla umgekommen, mindestens 48 Menschen in Tartus, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag mit. Zudem seien Dutzende Menschen verletzt worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana bestätigte die Explosionen. Im Internet kursierte ein Bekennerschreiben der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Dieses konnte zunächst nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden.

Den Menschenrechtsbeobachtern zufolge handelte es sich bei den Explosionen um Anschläge auf Taxi- und Bushaltestellen in beiden Küstenstädten sowie eine Elektrizitätsfirma und die Notaufnahme eines Krankenhauses in Dschabla. In beiden Städten leben viele Alawiten. Diese Religionsgruppe ist eine Minderheit in Syrien, der auch der syrische Machthaber Baschar al-Assad angehört. Zudem leben viele Binnenflüchtlinge in Tartus und Dschabla.

Dschabla befindet sich nur wenige Kilometer entfernt von der russischen Luftwaffenbasis Hamaimim, dem Dreh- und Angelpunkt für Russlands militärisches Eingreifen in Syrien zugunsten al-Assads. Zudem wird der Hafen von Tartus seit Jahren unter anderem von der russischen Marine genutzt.

«Kämpfer des Islamischen Staates haben alawitische Gegenden von Dschabla und Tartus an der syrischen Küste angegriffen», hieß es in dem von IS-Anhängern verbreiteten Schreiben.

Der Sprecher des Kremls in Moskau, Dmitri Peskow, sagte, die Terrorakte zeigten die instabile Lage in Syrien. Berichte, denen zufolge Syriens enger Partner Russland sein militärisches Kontingent im Bürgerkriegsland nach einem Teilabzug wieder aufstocken könnte, kommentierte er nicht.

Diese Anschläge seien die verheerendsten Angriffe auf die Gebiete seit Beginn des Bürgerkriegs, teilten die Menschenrechtsbeobachter mit. Die Küstenprovinzen Latakia und Tartus sind seit 2011 in den Händen von Regimekräften. In der Vergangenheit gab es bereits Angriffe von Oppositionsgruppen in der Region.