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Meuthen und Petry treffen sich zum Vier-Augen-Gespräch

Meuthen und Petry treffen sich zum Vier-Augen-Gespräch
Meuthen und Petry treffen sich zum Vier-Augen-Gespräch
Bernd Von Jutrczenka

Die beiden AfD-Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen und Frauke Petry haben sich angesichts der Krise der baden-württembergischen Fraktion zum Gespräch getroffen. Sie zogen sich in Stuttgart zu einem Vier-Augen-Gespräch in einem Raum im Landtagsgebäude zurück.

Dort wollten sie die «verzwickte Situation» klären, kündigte Petry an. Es sei wichtig, «emotionale Konflikte» aufzuarbeiten.

Am Dienstag hatte der Fraktionschef und AfD-Bundesvorsitzende Meuthen mit zwölf weiteren Abgeordneten die Fraktion im Stuttgarter Landtag verlassen. Hintergrund ist der Konflikt um den mit Antisemitismusvorwürfen konfrontierten AfD-Politiker Wolfgang Gedeon.

Meuthen will mit seinen Mitstreitern eine neue Fraktion bilden. Er hoffe, dass sich aus den in der bisherigen Fraktion verbliebenen Abgeordneten einige seinem Lager anschlössen, sagte Meuthen, der auch Landes- und Bundeschef der AfD ist, am Mittwoch in Stuttgart. «Mein Ziel ist es, dass die AfD eine von Antisemitismus, Rassismus und Extremismus saubere Partei ist.»

Nach der Spaltung der AfD-Fraktion im Stuttgarter Landtag nimmt der Streit an der Parteispitze Fahrt auf. Der stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Alexander Gauland kritisierte den Eingriff von Parteichefin Petry in den Fraktionsstreit in Baden-Württemberg. Es sei nicht «zielführend» gewesen, dass Petry nach Stuttgart gereist und in die Fraktion eingegriffen habe, sagte Gauland im ZDF-«Morgenmagazin». Von Petrys Reise nach Stuttgart habe er nichts gewusst.

Zugleich kritisierte Gauland, dass die Sachfrage des Antisemitismus in der AfD-Fraktion in Stuttgart für Machtspiele in der Partei instrumentalisiert worden sei. «Da hat es einige Leute gegeben, die wollten Jörg Meuthen beschädigen», sagte er. Dieser habe letztlich aber eine «konsequente Haltung» eingenommen, «die wir alle schon früher hätten einnehmen sollen».