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Mindestens 70 Tote bei Kämpfen in Ägypten

Bei den Protesten von Islamisten in Ägypten sind am Freitag mindestens 70 Menschen getötet worden. Die meisten Opfer gab es am Rande der zentralen Kundgebung am Ramses-Platz in der Innenstadt von Kairo.

Der Muslimbruderschaft zufolge erschoss die Polizei hier 45 Demonstranten. Beamte des Innenministeriums erklärten hingegen, Dutzende Demonstranten hätten die nahe gelegene Ezbekija-Polizeistation attackiert. Daraufhin sei ein Gefecht mit Feuerwaffen auf beiden Seiten entbrannt, bei dem mehrere unbeteiligte Zivilisten getötet worden seien.

Nach Angaben von Augenzeugen beteiligten sich an einigen der gewalttätigen Zusammenstöße nicht nur Islamisten und Angehörige der Sicherheitskräfte, sondern auch Anwohner, die Demonstranten attackierten. Zehn Menschen starben, als sich die Polizei in der Provinz Kafr al-Scheich Islamisten entgegenstellte, die das Gouverneursgebäude und eine Polizeistation stürmten.

Vier Demonstranten wurden in der Stadt Ismailija von der Polizei erschossen. Fünf Tote und 15 Verletzte zählte die Polizei in der Stadt Damietta, wo Anhänger von Ex-Präsident Mohammed Mursi ebenfalls eine Polizeistation angriffen. Ein Polizist wurde in Neu-Kairo an einer Straßensperre erschossen. Ein junger Mann starb bei einem Schusswechsel zwischen Polizisten und Demonstranten neben einer Moschee in Al-Arisch auf der Sinai-Halbinsel. Im Fajum wurden nach Straßenschlachten zwischen Demonstranten und der Polizei fünf Leichen und 20 Verletzte in ein Krankenhaus gebracht.