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Mindestens zehn Tote bei mutmaßlichem Anschlag in Istanbul

Bei einem mutmaßlichen Terroranschlag im Istanbuler Altstadtviertel Sultanahmet sind mindestens zehn Menschen getötet worden. 15 weitere Menschen seien bei der Detonation in der größten Stadt der Türkei verletzt worden, teilte der Gouverneur Istanbuls mit.

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, es sei zu früh, Aussagen darüber zu treffen, ob Deutsche betroffen seien. Das Generalkonsulat in Istanbul bemühe sich mit Hochdruck um Aufklärung und stehe in engem Kontakt mit den türkischen Behörden.

Aus türkischen Regierungskreisen verlautete, es habe sich vermutlich um einen Terroranschlag gehandelt. Der Sender CNN Türk berichtete, die Polizei gehe von einem Selbstmordanschlag aus. Zu der Detonation kam es in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee. Die beiden weltberühmten Gebäude gehören zu den beliebtesten Touristenattraktionen der Türkei.

Die Polizei sperrte den Ort der Explosion weiträumig ab. Eine dpa-Reporterin berichtete vor Ort von zahlreichen Polizisten sowie Rettungskräften. Auch Bombenentschärfer seien im Einsatz. Zunächst war unklar, ob Ausländer unter den Opfern sind. Deutsche sind die größte Urlaubergruppe in der Türkei.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat im abgelaufenen Jahr mehrere Anschläge in der Türkei verübt. Touristen waren allerdings bislang kein IS-Anschlagsziel.

Im Südosten des Landes läuft außerdem eine Offensive der türkischen Streitkräfte gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, die damit gedroht hat, den Konflikt auch in den Westen der Türkei zu tragen. Die PKK greift aber in der Regel staatliche Einrichtungen an und ist bemüht, ihr Verhältnis zu westlichen Ländern zu verbessern.