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Münchner Kammerspiele großer Gewinner der Theatersaison

Die Münchner Kammerspiele sind mit gleich vier Auszeichnungen der große Gewinner der diesjährigen Theatersaison. Die deutschsprachigen Kritiker wählten die Bühne unter Leitung von Intendant Johan Simons zum Theater des Jahres.

Auch die besten Darsteller kommen von den Kammerspielen: Die 35-jährige Sandra Hüller und ihr 1975 geborener Kollege Steven Scharf erhielten den Zuschlag als Schauspieler des Jahres. Mit dem gebürtigen Esten Risto Kübar stammt zudem der beste Nachwuchsdarsteller aus dem Münchner Ensemble.

Das geht aus der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift «Theater heute» hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Dem Niederländer Simons sei es innerhalb von drei Jahren gelungen, die Kammerspiele in ein internationales Stadttheater zu verwandeln, befand die Zeitschrift.

Zum Stück des Jahres wählten die 44 befragten Kritiker Felicia Zellers Drei-Personen-Groteske «X-Freunde», die am Schauspiel Frankfurt uraufgeführt wurde. Als Nachwuchsdramatikerin setzte sich Katja Brunner mit ihrem Missbrauchs-Stück «von den beinen zu kurz» durch.

Keine klare Mehrheit gab es in der Kategorie Beste Inszenierung: Gleichauf mit jeweils vier Stimmen lagen Karin Henkels Kölner «Ratten», Sebastian Nüblings Münchner «Orpheus steigt herab» und Luk Percevals Hamburger «Jeder stirbt für sich allein». Annette Kurz schuf für diese Fallada-Inszenierung das Bühnenbild des Jahres.

In Berlin konnte lediglich das Deutsche Theater mit Andrea Schraads Kostümen für den Einakter «Sklaven» punkten. Im vergangenen Jahr war das Berliner Theater Hebbel am Ufer unter seinem scheidenden Intendanten Matthias Lilienthal zum Theater des Jahres gekürt worden.

Auch diesmal waren die Kritikermeinungen in den meisten Kategorien breit gestreut. Die größte Übereinstimmung gab es bei Sandra Hüller - sie bekam für ihre Shopping-Lady in Elfriede Jelineks «Die Straße. Die Stadt. Der Überfall» 16 der 44 Stimmen. Für die Kammerspiele als Theater des Jahres votierten zehn Kritiker, fünf nannten das Schauspiel Köln, vier das Centraltheater Leipzig.