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Mohammed Mursi - vom Präsidentenpalast in Haft

Das Militär hatte nach nur einem Jahr Amtszeit Ägyptens Präsidenten Mohammed Mursi gestürzt. Seitdem stehen sich Anhänger und Gegner unversöhnlich gegenüber.

24. Juni 2012: Die Wahlkommission erklärt Mursi, den Kandidaten der Muslimbruderschaft, zum Sieger der Präsidentenwahl.

2. Juni 2013: Das oberste Verfassungsgericht spricht dem von Muslimbrüdern und Salafisten dominierten Oberhaus des Parlaments die Legitimität ab. Auch die von Mursi durchgeboxte Verfassung sei unter nicht gesetzeskonformen Umständen zustande gekommen, heißt es.

30. Juni: Eine Unterschriftenkampagne der Initiative «Tamarud» (Rebellion), mit der Mursi zum Rücktritt gezwungen werden soll, gipfelt in Massenprotesten Hunderttausender.

3. Juli: Mursi wird vom Militär abgesetzt und unter Arrest gestellt. Einen Tag später wird der oberste Verfassungsrichter Adli Mansur Übergangspräsident. Mursi-Anhänger beginnen einen Dauerprotest. Es kommt immer wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen mit dem Militär, viele Menschen sterben.

26./27. Juli: Mursi kommt in Untersuchungshaft und wird des Landesverrats beschuldigt. Landesweit demonstrieren Hunderttausende für und gegen ihn. Die Mursi-Gegner folgen einem Armeeaufruf, der Militärführung ein «Mandat zur Bekämpfung des Terrors» zu geben. Bei den blutigsten Zusammenstößen von Islamisten und Sicherheitskräften seit Mursis Sturz sterben in Kairo mindestens 80 Menschen.

3. August: Die Islamisten lehnen die Forderung der neuen Führung ab, ihre Protestlager in Kairo zu räumen und die Übergangsregierung anzuerkennen. Im Gegenzug war ihnen die Freilassung aller inhaftierten Muslimbrüder sowie eine Beteiligung ihrer Partei am politischen Prozess angeboten worden. Die Muslimbrüder bestehen darauf, dass Mursi wieder als Präsident eingesetzt wird.

7. August: Ägypten erklärt die Bemühungen internationaler Diplomaten zur Beilegung der Krise im Land für gescheitert. US-Vizeaußenminister William Burns und Spitzendiplomaten der EU - darunter Außenminister Guido Westerwelle (FDP) - hatten tagelang versucht, die Lage in Ägypten zu entschärfen. Die Übergangsregierung hat mehrfach angekündigt, die größten Protestlager mit tausenden Mursi-Anhängern gewaltsam räumen zu lassen. Die internationale Gemeinschaft befürchtet in diesem Fall neues Blutvergießen.

14. August: Die Polizei in Kairo beginnt mit der Räumung der Protestlager.