Anklage in München

Mutmaßliche Spionage für China – Politologe festgenommen

Der deutsche Politologe, der einen bedeutenden Thinktank betreibt, soll von 2010 bis 2019 Informationen an Pekings Geheimdienst übermittelt haben. Seine Quelle: hochrangige Kontakte in die Politik.
dpa
China
Gegen einen deutschen Politologen besteht der Verdacht der Spionage für China. Der Mann soll unter anderem vor oder nach Staatsbesuchen Informationen an den chinesischen Geheimdienst übermittelt haben. (Symbolbild). Foto: Marijan Murat/dpa Marijan Murat
Karlsruhe

Wegen mutmaßlicher Spionage für China hat die Bundesanwaltschaft einen deutschen Politologen festnehmen lassen.

Bereits im Mai sei am Oberlandesgericht (OLG) München Anklage gegen ihn erhoben worden, teilte die Karlsruher Behörde mit. Der Mann soll dem chinesischen Geheimdienst fast ein Jahrzehnt lang, von 2010 bis 2019, regelmäßig Informationen übermittelt haben – vor oder nach Staatsbesuchen oder multinationalen Konferenzen und auch zu aktuellen Fragen.

Das Material habe der Mann, der seit 2001 einen international bedeutenden Thinktank betreibe, von seinen vielen hochrangigen politischen Ansprechpartnern gehabt.

Der Festgenommene sollte im Laufe des Tages in München dem Staatsschutzsenat des OLG vorgeführt werden, wie es hieß. Dort werde entschieden, ob er in Untersuchungshaft kommt.

Zuvor hatte das ARD-Hauptstadtstudio über die Anklage berichtet.

© dpa-infocom, dpa:210706-99-275204/2

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