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Nach Bonner Klimakonferenz: Offene Fragen für Weltklimagipfel

Rund fünf Wochen vor dem Klimagipfel in Paris ist der Entwurf für das geplante Klimaabkommen an vielen Stellen noch recht unkonkret.

Heute kamen Diplomaten und Experten zum Abschlusstag einer UN-Vorbereitungskonferenz in Bonn zusammen. Sie hatten seit Montag über einen Text beraten, der beim Gipfel im Dezember beschlossen werden kann.

Ziel des geplanten Abkommens ist es, die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Dafür sollen weniger Treibhausgase ausgestoßen werden. In vielen Passagen blieben aber zunächst noch offene Fragen übrig.

Die beiden Vorsitzenden der Konferenz, der Amerikaner Daniel Reifsnyder und der Algerier Ahmed Djoghlaf, versuchten dennoch die Vorzüge des Verhandlungsverlauf zu vermitteln. «Die Struktur ist da», sagte Djoghlaf. Es sei nun klar, was Thema in Artikel eins, zwei oder drei sein soll. Und dass es am Ende nicht 100 Artikel geben werde. «Wir sind in der Spur», fasste er zusammen. Die Basis für Paris sei gelegt. Und gewisse Punkte könnten naturgemäß erst dort auf hoher politischer Ebene geklärt werden - beispielsweise strittige Finanzierungsfragen.

Auch Umweltschützer erkannten Fortschritte. Die Verhandlungen hätten die Voraussetzung für ein ambitioniertes Abkommen geschaffen, sagte der Greenpeace-Experte Martin Kaiser. So seien starke Optionen im Text zu finden, wie die ärmsten und am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder unterstützt werden könnten.

«Enttäuschend ist, dass der Text auch knapp fünf Wochen vor Beginn der Konferenz zu lang, zu unkonkret und zu wenig entschlossen ist. Dafür haben vor allem die Öl-exportierenden Länder gesorgt», sagte er. Eine zu überladene Vorlage aus Bonn hatten Beobachter zuvor als Gefahr für Paris ausgemacht. Dann drohe ein Flop wie 2009 in Kopenhagen.

Ob das Bonner Treffen wie geplant am Freitagabend zu Ende gehen konnte, war zunächst nicht klar. Wenn die Unterhändler mehr Zeit einforderten, würde man diese gewähren, erklärten die Konferenz-Vorsitzenden.