Unsere Themenseiten

Nadal stürmt ins Halbfinale von Hamburg

Publikumsliebling Rafael Nadal ist ins Halbfinale des ATP-Tennisturniers am Hamburger Rothenbaum gestürmt. Der 29-jährige Spanier gewann am Freitag in 1:12 Stunden mit 6:3, 6:2 gegen Pablo Cuevas aus Uruguay.

«Ich habe versucht konstanter als in den ersten Tagen zu spielen», sagte die ehemalige Nummer eins der Welt, dem das leicht verbesserte Wetter gut gefiel: «Es erinnert mich fast ein bisschen an Mallorca», scherzte der Hamburg-Sieger von 2008.

Nadal trifft auf den Italiener Andreas Seppi, der wegen einer Magen-Darm-Erkrankung von Simone Bolelli kampflos in die Vorschlussrunde einzog. Im zweiten Halbfinale der mit 1,285 Millionen Euro dotierten Veranstaltung treffen der Italiener Fabio Fognini und der französische Qualifikant Lucas Pouille aufeinander. Der Rothenbaum-Sieger von 2013 gewann am Freitag mit 6:4, 7:5 gegen den Briten Aljaz Bedene. Pouille setzte sich gegen den seinen Landsmann Benoit Paire mit 6:3, 6:2 durch.

Nadal kam im Gegensatz zu den ersten beiden Spielen in der Hansestadt mit einem Break gut ins Match. Cuevas leistete zwar Gegenwehr und holte sich das Rebreak zum 3:3, hatte dann aber mit zwei Doppelfehlern selbst Schuld daran, dass der Mallorquiner zum 4:3 punkten konnte. Der Südamerikaner legte seinen Respekt gegen den neunmaligen French-Open-Sieger nie ab.

Die wenigen langen Sandplatz-Rallyes begeisterten die 7500 Zuschauer auf dem ausverkauften Centre Court. Unter den Augen seiner Cousins Toni (12) und Juan (11) gewann der nach seiner Topform suchende Nadal in 45 Minuten Durchgang eins. Gleiches Bild im zweiten Satz: Cuevas machte viele unerzwungene Fehler, Nadal zog auf 4:1 davon. «Ich bin glücklich, dass ich nun im Halbfinale stehe, ich fühle mich hier sehr wohl», sagte Nadal.

Nadals Trainer und Onkel hatte vor dem Südamerikaner gewarnt und ein wesentlich engeres Match erwartet. «Er ist ein guter Spieler auf Sandplätzen», sagte Toni Nadal über den Weltranglisten-31. Sein Neffe quält sich bisher durch das Jahr. «Tennis ist nicht kompliziert. Wenn der Kopf funktioniert, kommen die Resultate», sagte der Coach. Nadal sei zwar körperlich so gut drauf wie seit Jahren nicht, das Selbstbewusstsein habe durch Niederlagen wie in Runde zwei in Wimbledon gegen Dustin Brown aus Winsen/Aller arg gelitten.

In einer wochenlangen Auszeit zog sich Nadal auf Mallorca zurück. Sein Onkel berichtete, man habe viel gearbeitet, auch mit Video. Bei einem Turniersieg am Sonntag kann der ehemalige «Sandplatzkönig» um eine Position auf Rang neun in der Welt klettern.