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Netanjahu: Israels liebster Hardliner

Netanjahu: Israels liebster Hardliner
Netanjahu: Israels liebster Hardliner
Sebastian Scheiner / Pool

Vor den Parlamentswahlen präsentierte sich der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als starker Verfechter der Sicherheit Israels.

Vor allem im zähen Atomstreit mit dem Iran pocht er auf eine harte Linie - und riskiert dafür sogar die guten Beziehungen mit dem wichtigsten Bündnispartner USA. Kritiker werfen «Mr. Sicherheit» allerdings vor, er scheue Veränderungen und neige dazu, Probleme einfach auszusitzen - vor allem in den Beziehungen mit den Palästinensern. Der Ex-Mossad-Chef Meir Dagan warnte zuletzt, Israel sei mit Netanjahu in seine bisher schlimmste Führungskrise geraten.

Während seiner Amtszeit hat Netanjahu den Siedlungsausbau in den Palästinensergebieten stark forciert. Dieser gilt als ein wesentliches Hindernis auf dem Weg zu einer Friedensregelung mit den Palästinensern. Zuletzt stellte seine rechtsorientierte Likud-Partei auch ein früheres Bekenntnis Netanjahus zur Zwei-Staaten-Lösung infrage. Netanjahu hat zwar Verhandlungen mit den Palästinensern über eine umfassende Friedensregelung geführt, diese platzten jedoch vor fast einem Jahr.

Der 1949 in Tel Aviv geborene Politiker mit dem Spitznamen «Bibi» tritt für eine vierte Amtszeit an. Er ist in dritter Ehe verheiratet. Netanjahu ist Vater von drei Kindern und zweifacher Großvater. Er war bereits von 1996 bis 1999 Ministerpräsident. Seit 2009 ist er durchgängig im Amt.

Sein Amt als Finanzminister unter dem damaligen Ministerpräsidenten Ariel Scharon legte Netanjahu aus Protest gegen die Räumung des Gazastreifens im August 2005 nieder.

Während seiner Zeit in der Armee diente Netanjahu als Kommandeur der Elite-Einheit «Sajeret Matkal». Sein Bruder Jonathan, ebenfalls Kämpfer der Kommando-Einheit, wurde 1976 bei der Befreiung eines durch palästinensische und deutsche Terroristen entführten Flugzeugs in Ugandas Hauptstadt Entebbe getötet.