Neues Spitzentreffen zur Krise bei der Bahn

Neues Spitzentreffen zur Krise bei der Bahn
Neues Spitzentreffen zur Krise bei der Bahn
Paul Zinken

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und die Führung der Bahn kommen heute Morgen erneut zu einem Spitzentreffen zusammen. Dabei geht es darum, wie die Züge des bundeseigenen Konzerns möglichst schnell pünktlicher werden und der Service verbessert wird.

Scheuer hatte nach einem ersten Treffen am Dienstag angekündigt, für Bahnkunden solle es bis zum Sommer spürbare Verbesserungen bei der Pünktlichkeit der Züge und beim Service geben. Der CSU-Politiker sagte am Dienstag nach einem Gespräch mit der Spitze des bundeseigenen Konzerns, es gehe darum, nun konkrete Maßnahmen einzuleiten, damit es im ersten Halbjahr Verbesserungen für die Fahrgäste gebe.

Scheuer nannte ein besseres Baustellen-Management, um Engpässe auf Bahnstrecken in den Griff zu bekommen. Die Politik sei außerdem daran, der Bahn eine „finanzielle Basis” zu garantieren. Einzelheiten auch zu Summen nannte er nicht.

Die Spitze der Bahn müsse im Sommer dokumentieren, was besser geworden sei. Das sei unrealistisch, kritisierte der Verkehrsclub Deutschland. Die Bahn müssen bauen, um langfristig pünktlicher zu werden und mehr Fahrgäste transportieren zu können. Solange jedoch gebaut werde, seien unpünktliche Züge unausweichlich.

Wegen Staus auf dem Schienennetz, Baustellen und Mängeln bei den Fahrzeugen war 2018 im Jahresdurchschnitt jeder vierte Fernzug der Deutschen Bahn zu spät. Der Konzern verfehlte sein Ziel von 82 Prozent pünktlicher Züge deutlich.

Bahnchef Richard Lutz hatte bei dem Treffen im Ministerium weitere Vorschläge gemacht, um Qualität und Pünktlichkeit zu steigern. Scheuers Bahn-Beauftragter, der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU), sagte anschließend, er sei „nicht zufrieden”.

„Es war ein guter Auftakt”, sagte ein Bahnsprecher. „Heute ging es eher um das Grundsätzliche und die großen Linien. Wir haben konkrete Maßnahmen und Verbesserungsvorschläge in der Schublade, am Donnerstag werden sie auch im Detail erläutert.”

Der Vorstand hatte im Dezember eine „Agenda für eine bessere Bahn” mit Dutzenden Einzelmaßnahmen vorgelegt. Darüber hinaus gibt es Überlegungen, die profitable Auslandstochter DB Arriva zu verkaufen, um Geld für Züge und Gleisnetz in Deutschland zu bekommen. Auch könnte der Konzernvorstand erweitert werden.