Unsere Themenseiten

Nigeria wählt einen neuen Präsidenten

Nigeria wählt einen neuen Präsidenten
Nigeria wählt einen neuen Präsidenten
Tife Owolabi

Im westafrikanischen Nigeria wird ein neuer Präsident gewählt. Rund 70 Millionen Wahlberechtigte haben am Samstag die Wahl zwischen dem christlichen Amtsinhaber Goodluck Jonathan und seinem muslimischen Herausforderer Muhammadu Buhari. 

Der 72 Jahre alte Buhari, ein früherer Militärdiktator, wird von einem breiten Oppositionsbündnis unterstützt. Beobachter räumen ihm gute Chancen auf einen Wahlsieg ein. Sollte der 57 Jahre alte Jonathan tatsächlich unterliegen, wäre es der erste Wahlsieg der Opposition seit Nigerias Rückkehr zur Demokratie 1999.  

Die Wähler im bevölkerungsreichsten Land Afrikas können sich ab 08.00 Uhr (MEZ) für die Abstimmung registrieren lassen. Vom frühen Nachmittag (13.30 Uhr) bis zum späten Abend findet dann die eigentliche Stimmabgabe statt. Belastbare Ergebnisse werden nicht vor Montag erwartet. 

Aus Furcht vor Terroranschlägen der islamistischen Boko Haram findet die Wahl unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Eine starke Polizeipräsenz soll zudem Ausschreitungen zwischen den politischen Lagern verhindern. Bei der vorangegangenen Wahl im Jahre 2011 waren bei Zusammenstößen Schätzungen zufolge rund 1000 Menschen ums Leben gekommen. 

Jonathan warnte die Nigerianer am Freitag eindringlich vor jeglicher Gewalt im Zusammenhang mit der Präsidenten- und Parlamentswahl. «Kein politischer Eifer kann Gewalt oder das Vergießen des Blutes unserer Bürger rechtfertigen», sagte Jonathan. Die Sicherheitskräfte seien gut vorbereitet und würden keine Gewalt tolerieren. «Wahlen dürfen nicht mit Krieg verwechselt werden.» 

Eigentlich sollte bereits am 14. Februar abgestimmt werden; wegen der prekären Sicherheitslage im Nordosten Nigerias wurde die Wahl aber in letzte Minute verschoben. Zur Wahl stehen 14 Kandidaten, doch es läuft klar auf ein Duell Jonathans mit Buhari hinaus.

Jonathan von der regierenden Demokratischen Volkspartei (PDP) verspricht Afrikas stärkster Wirtschaftsmacht politische Kontinuität. Buhari von der Partei der Fortschrittlichen (APC) indes präsentiert sich als Nigerias Retter: Er verspricht, die grassierende Korruption einzudämmen und dem Terrorfeldzug der Boko Haram ein Ende zu setzen.

Die sunnitischen Extremisten sind seit 2009 jedes Jahr stärker geworden. Jonathan, der seit 2010 Staatschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist, ging bis kurz vor der Wahl nicht entschlossen gegen die Organisation vor. Mindestens 14 000 Menschen sind seit 2009 bei Anschlägen und Angriffen der Islamisten getötet worden, 1,5 Millionen Menschen sind auf der Flucht.