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Nokia-Aktionäre billigen Verkauf der Gerätesparte an Microsoft

Nokia-Aktionäre billigen Verkauf der Gerätesparte an Microsoft
Nokia-Aktionäre billigen Verkauf der Gerätesparte an Microsoft
Markku Ojala

Der Verkauf der traditionsreichen Handy-Sparte von Nokia an Microsoft ist von den Aktionären des finnischen Konzerns gebilligt worden. Die Zustimmung habe bei mehr als 99 Prozent gelegen.

Das teilte das Unternehmen am Dienstag nach einer Aktionärsversammlung mit. Nokia hatte Anfang September den Verkauf der Geräte-Sparte an Microsoft für 3,79 Milliarden Euro vereinbart. Zudem zahlt der Windows-Konzern 1,65 Milliarden Dollar für Patente.

Nach dem Verkauf der Gerätesparte an Microsoft wird sich das Unternehmen mit dem Namen Nokia dramatisch verändern. Neue Säulen des Konzerns sind digitale Kartendienst und der Netzwerkausrüster NSN. Nach Zahlen des Jahres 2012 wird rund die Hälfte der Umsätze weg sein und etwa 32 000 Mitarbeiter werden zu dem Software-Riesen wechseln. Zuletzt arbeiteten für Nokia insgesamt rund 87 100 Beschäftigte - bereits über 18 000 weniger als noch vor einem Jahr. Der Deal hatte in Finnland wegen der großen Bedeutung von Nokia für Diskussionen gesorgt.

Microsoft will mit Nokias Handygeschäft bei Smartphones aufholen, wo Geräte mit Googles Betriebssystem Android und Apples iPhone führend sind. Microsoft steht dabei unter enormen Druck, denn das einst als unerschütterlich geltende Standbein mit Windows-PC schwächelt.

Nokia bot sich als Zukauf an, denn Microsofts Windows Phone läuft schon heute auf den Lumia-Smartphones der Finnen. Dank neuer Modelle wie dem Kamerahandy Lumia 1020 oder dem günstigen Lumia 520 stiegen die Marktanteile kontinuierlich. Nach Angaben der Marktforscher von IDC kam Windows Phone zuletzt auf 3,6 Prozent am Gesamtmarkt. Nokia stieg jüngst auch ins Tablet-Geschäft ein und setzt dabei ebenfalls auf Microsoft-Software.

Nokias bisheriger Chef Stephen Elop gilt auch als aussichtsreicher Nachfolgekandidat für den Microsoft-Chefposten. Der langjährige Microsoft-Lenker Steve Ballmer hatte seinen Rückzug angekündigt, um dem Wandel des Software-Primus nicht im Wege zu stehen. Mit einer Entscheidung über eine neue Nummer eins wird im Dezember gerechnet.