Nordex-Rotorblattwerk
Das letzte Rotorblattwerk in Deutschland soll zu Ende Juni schließen. Bernd Wüstneck/dpa
Börse

Nordex-Kurs um fast ein Fünftel eingebrochen

Die Einladung zur Betriebsversammlung steht, die Rotorblätterfertigung bei Nordex steht vor dem Aus – und der Kurs sinkt schneller als gedacht ...
dpa
Frankfurt

Der Windkraftanlagen-Hersteller Nordex hat nach einer Gewinnwarnung erheblich an Wert verloren. Die Papiere des Unternehmens rutschten am Frankfurter Finanzmarkt auf den tiefsten Stand seit August 2020 ab, ihr Kurs büßte zwischenzeitlich knapp 20 Prozent ein.

Nordex-Aktien waren damit abgeschlagenes Schlusslicht im Nebenwerteindex SDax. Einige Branchenbeobachter zeigten sich vom Ausmaß des Verlusts überrascht.

Kein Profit trotz Ausbauplänen?

Das Geschäft mit Maschinenbau-Technik für die erneuerbaren Energien ist angesichts des Klimawandels und der beschleunigten Ausbauziele nach dem Kriegsbeginn in der Ukraine insgesamt sehr zukunftsträchtig. Anleger von Nordex konnten zuletzt aber nicht profitieren – auch bei dem deutschen Konzern gibt es beispielsweise Lieferketten-Probleme. Nordex dürfte in diesem Jahr nach eigenen Angaben nur noch im besten Fall in den schwarzen Zahlen abschließen. Die Papiere des dänischen Wettbewerbers Vestas etwa notierten am Mittwoch kaum verändert.

Einer der beiden Nordex-Standorte in Rostock soll bis Ende Juni geschlossen werden. Das Bundeswirtschaftsministerium äußerte sich „mit großem Bedauern” zum Plan, die Fertigung von Rotorblättern dort auslaufen zu lassen. Rund 600 Beschäftigte sind davon betroffen. Am Mittwochnachmittag soll es eine Betriebsversammlung in Rostock geben.

© dpa-infocom, dpa:220525-99-427331/2

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