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NRW bestellt Jodtabletten zum Schutz bei einem Atomunfall

NRW hat als bislang einziges Bundesland entschieden, Jodtabletten auf eigene Kosten zu beschaffen.
NRW hat als bislang einziges Bundesland entschieden, Jodtabletten auf eigene Kosten zu beschaffen.
Oliver Berg

Um die Bevölkerung bei einem Atomunfall besser schützen zu können, will Nordrhein-Westfalen Jodtabletten für alle Schwangeren und Minderjährigen im Land kaufen.

Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen rüstet sich gegen potentielle Atomunfälle - mit Jodtabletten. Eigentlich sei der Bund für deren Anschaffung zuständig. Weil es dort bislang aber keinen Zeitplan dafür gebe, habe NRW als bislang einziges Bundesland entschieden, das Medikament auf eigene Kosten zu beschaffen, sagte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums. Die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" hatte zuvor über die Pläne berichtet.

Angst um Sicherheit belgischer Atomkraftwerke

Kaliumjodid wird bei nuklearen Zwischenfällen eingesetzt, weil es die Aufnahme radioaktiven Jods im Körper stark abschwächt. Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima hatte die Strahlenschutzkommission des Bundes empfohlen, ganz Deutschland als sogenannte Fernzone auszuweisen. In diesem Gebiet sollen alle Schwangeren und Minderjährigen einen schnellen Zugang zu Kaliumjodid-Tabletten bekommen.

Bislang gibt es Jodtabletten in NRW lediglich in einem 100-Kilometer-Radius rund um Atomkraftwerke - dort allerdings nur für alle Menschen unter 45 Jahren. In dem Bundesland ist die Sorge um die Sicherheit belgischer Atomkraftwerke groß: Die Reaktoren Doel in der Nähe von Antwerpen und Tihange bei Lüttich, das etwa 70 Kilometer von Aachen entfernt liegt, sind nach mehreren Pannen heftig umstritten und waren aus Sicherheitsgründen mehrfach abgeschaltet worden.