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Obama warnt vor Gefahr eines nuklearen Terrorismus

Obama warnt vor Gefahr eines nuklearen Terrorismus
Obama warnt vor Gefahr eines nuklearen Terrorismus
Dennis Brack / Pool

US-Präsident Barack Obama hat zum Auftakt des Gipfels für nukleare Sicherheit vor den Gefahren eines atomaren Terrorismus gewarnt.

«Kein Zweifel: Wenn diese Verrückten ihre Hände an dieses Material bekommen, würden sie so viele Menschen töten wie möglich», sagte er. Er verwies auf das Interesse der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an radioaktivem Material.

Obama mahnte ein gemeinsames internationales Vorgehen an, um die Bestände nuklearen Materials zu sichern: «Keine Nation kann das alleine lösen.» Die Gefahr eines nuklearen Terrorismus bestehe fort und wachse weiter an.

Die Gefahr zerstörerischen Atommaterials in den Händen von Terroristen oder Schurkenstaaten steht kurz nach den Brüsseler Anschlägen im Zentrum des Gipfels.

Staats- und Regierungschefs aus mehr als 50 Ländern sind für den Gipfel in Washington. Deutschland wird von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vertreten. Russland hatte eine Teilnahme an den Gesprächen in Washington abgelehnt.

Der Gipfel beriet am Nachmittag (Ortszeit) erstmals in diesem Format auch über den Kampf gegen den IS. «Bisher hat keine terroristische Gruppe ihre Hände an nukleares Material bekommen», sagte Obama zu Beginn der Sitzung. Aber: «Wir müssen uns auf das derzeit aktivste Terror-Netzwerk konzentrieren, den IS.»

«Einige unserer Länder wurden vom IS angegriffen. Das ist eine Bedrohung für uns alle, von der Türkei bis nach Brüssel», sagte Obama. «Wir müssen deutlich mehr tun, um das Reisen von Kämpfern zu verhindern. Auch ist deutlich mehr Austausch von Infomationen der Geheimdienste dringend nötig.»

Der Kampf gegen den IS bleibe schwierig, aber gemeinsam werde er gelingen, sagte Obama. «Der IS verliert weiter an Boden.»

«Wir machen uns über den IS Sorgen, aber wir machen uns über jee terroristische Gruppe Sorgen», sagte US-Außenminister John Kerry zuvor nach einem Treffen mit der EU-Außenbeuauftragten Federica Mogherini.

China kündigte am Rande des Atomgipfels an, gemeinsam mit den USA die Suche nach Atommaterial an den Landesgrenzen zu intensivieren. Beide Länder würden schon seit Jahren eng zusammenarbeiten, um «nuklearen Terrorismus» und die «illegale Verarbeitung von nuklearen und radioaktiven Substanzen» zu unterbinden, sagte Li Wei, der Vizechef der chinesischen Zollbehörde, in Washington.

«Bis heute haben sich mehr als zwölf Länder von sämtlichem hoch angereicherten Uran und Plunonium getrennt», sagte Obama.

Vor dem Gipfel traf sich Obama mit der sogenannten P5+1-Gruppe, die den Atomvertrag mit dem Iran ausgehandelt hatte. Obama dankte allen beteiligten Staaten, darunter auch Deutschland. «Wir sehen dank dieses Vertrages bereits jetzt echte Fortschritte», sagte er. «Für den Iran wird es eine Zeit dauern, wieder vollständig in die Weltwirtschaft integriert zu sein, aber das Land beginnt bereits die Vorteile aus dem Vertrag zu sehen», sagte Obama.