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Unwetter richten schwere Schäden an

Unwetter richten schwere Schäden an
Unwetter richten schwere Schäden an
Boris Roessler

Wirbelstürme und Gewitter haben in weiten Regionen Deutschlands schwere Schäden angerichtet. Kaputte Dächer, umgestürzte Bäume und vollgelaufene Keller wurden vor allem südlich des Mains und im Osten des Landes gemeldet. Mehrere Menschen wurden - zumeist leicht - verletzt.

Besonders hart traf es das rheinhessische Framersheim, wo am Dienstagabend ein Tornado wütete. Der Schaden wird auf mindestens fünf Millionen Euro geschätzt. An die 100 Häuser seien beschädigt worden, sagte Ortsbürgermeister Ulrich Armbrüster. Die Spanne reiche von einzelnen weggeflogenen Ziegeln über ganze weggerissene Dächer bis hin zu teilweise oder komplett eingestürzten Gebäuden. Einige Menschen wurden von umherfliegenden Gegenständen und beim Aufräumen leicht verletzt. Um ein genaues Bild der Zerstörung zu erhalten, soll der 1600-Einwohner-Ort heute überflogen werden.

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage hatten schwere Gewitter vielerorts in Deutschland die Hitze abrupt beendet. In Hessisch-Lichtenau richtete ein Blitzeinschlag der Polizei zufolge in einem Wohnhaus 150.000 Euro Schaden an.

Ebenso hoch war der Schaden im niedersächsischen Harsum, wo ein Feuer den Dachstuhl eines Hauses zerstörte. Verletzt wurde niemand: Die Familie war im Urlaub.

Auf der Autobahn 7 bei Northeim gerieten bei schlechtem Wetter zwei Autos ins Schleudern und überschlugen sich. Die beiden Fahrer wurden verletzt und kamen in Krankenhäuser.

In Niederbayern zählte die Polizei zwischen 22.00 Uhr und 5.00 Uhr 120 Notrufe, 68 Mal rückten Einsatzkräfte aus. Bäume seien umgefallen und hätten Straßen und Schienen blockiert.

In Oberfranken prallte ein Auto gegen einen umgestürzten Baum. Ein Insasse wurde schwer, die anderen drei leicht verletzt.

Stromausfälle meldete die Polizei aus dem brandenburgischen Luckenwalde und dem baden-württembergischen Weinheim. Drei Hochspannungsmasten brachte der Sturm in Seegebiet Mansfelder Land in Sachsen-Anhalt zu Fall - 1800 Haushalte waren zeitweise ohne Strom.

In Kelbra kippte im Sturm einene Wohnwagen um, dabei wurde ein Mensch schwer und ein weiterer leicht verletzt. Faustgroße Hagelkörner zerstörten den Angaben zufolge Vor- und Garagendächer, Straßen wurden überflutet. Rund 400 Feuerwehrmänner waren im betroffenen Landkreis im Einsatz.

Auch im benachbarten Tschechien und Polen wüteten Unwetter. Ein Mann kam im Südwesten Polens ums Leben, als ein Baum auf sein Auto stürzte, teilte der Rettungsdienst am Mittwoch mit. Die Feuerwehr musste in der Region fast 500 Mal ausrücken, um umgestürzte Bäume zu entfernen und vollgelaufene Keller auszupumpen.

Die Unwetter bringen Abkühlung für Deutschland: Dem Deutschen Wetterdienst DWD) zufolge soll es einen Temperatursturz um teils mehr als zehn Grad geben. Am Mittwoch steige das Thermometer nur noch auf durchschnittlich 20 Grad, vereinzelt seien bis zu 25 Grad drin.