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Ornithologe: Nicht alles auf Wildvögel schieben

Der Ornithologe Franz Bairlein von der Vogelwarte Helgoland hat zu mehr Offenheit bei der Suche nach den Ursachen für die jüngsten Geflügelpest-Ausbrüche in Europa gemahnt.

Der Nachweis des hochansteckenden H5N8-Virus in einer Wildente am Wochenende auf Rügen sei kein Beleg dafür, dass ein Wildvogel der Überträger auf die betroffenen Nutzgeflügelbestände ist, sagte Bairlein am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

«Wir müssen überlegen, wie ein so scheuer Wildvogel mit aufgestallten Puten in einem Mastbetrieb in Kontakt kommen sollte», sagte Bairlein in Anspielung auf den ersten Fall in Deutschland Anfang November in Heinrichswalde (Landkreis Vorpommern-Greifswald). Da seien noch viele Fragen offen. In Heinrichswalde mussten rund 30 000 Tiere getötet werden, nachdem 2000 verendet waren.

Futtermittel und andere Tierprodukte, wie Fleisch, würden international gehandelt und könnten ebenso als Übertragungsweg für H5N8 in Betracht kommen, sagte Bairlein. «Die Wahrscheinlichkeit, dass die Vogelgrippe über einen Wildvogel übertragen wurde, ist nicht größer, als dass es über internationale Tierprodukte erfolgt ist.»