Orthodoxe Ostern - Russland - Putin
Präsident von Russland Wladimir Putin besucht den orthodoxen Ostergottesdienst in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau und hält eine Kerze. Alexander Zemlianichenko/Pool AP/dpa
Orthodoxe Ostern - Rumänien
Orthodoxe Gläubige halten Kerzen während des Ostergottesdienstes in der Brancusi-Gemeindekirche in Bukarest. Andreea Alexandru/AP/dpa
Russisch-Orthodoxer Gottesdienst zu Ostern
Abt (Hegumen) Andrei hält in der Christi-Verklärungs-Gemeinde in Baden-Baden einen russisch-orthodoxen Ostergottesdienst ab. Uli Deck/dpa
Brauchtum

Orthodoxe Christen: Osterfest im Zeichen des Krieges

Vereint trotz Krieg: Auf der ganzen Welt kommen orthodoxe Christen zu Gottesdiensten und Messen zusammen, um Ostern zu feiern. In der Ukraine galt in der Osternacht aber eine Ausgangssperre.
dpa
Athen

Millionen orthodoxe Christen in aller Welt haben in der Nacht zum Sonntag mit großen Mitternachtsmessen das orthodoxe Osterfest eingeläutet.

In vielen Kirchen kam der Krieg in der Ukraine zur Sprache. „Wir fühlen den Schmerz, er zerreißt uns das Herz”, sagte Bartholomäus I. – der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel. Deutlicher noch wurde Patriarch Theodor von Alexandrien: „Obwohl Gott den Menschen den Weg zum Frieden gezeigt hat, bleiben sie gespalten durch Feindschaften und Streitigkeiten”, sagte er. Die Menschheit werde zu Kriegen geführt, die die Erde mit Blut tränkten. „Dieses Bild erleben wir heute ganz klar, wenn wir voller Trauer sehen, wie sich unsere Glaubensbrüder in der Ukraine gegenseitig töten.”

Putin bei Oster-Gottesdienst

Russlands Präsident Wladimir Putin besuchte in der Nacht zum Sonntag in Moskau einen Oster-Gottesdienst. Er habe dem russisch-orthodoxen Kirchenoberhaupt Patriarch Kirill gemäß Tradition ein verziertes Osterei überreicht, berichtete die Nachrichtenagentur Tass. Patriarch Kirill hat sich stets hinter Putins Politik gestellt. So hatte er dem Westen die Schuld am russischen Angriffskrieg in der Ukraine gegeben.

In der Ukraine galt unterdessen in der orthodoxen Osternacht eine Ausgangssperre, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache erinnerte. Gottesdienste konnten am Sonntag ab 5.00 Uhr morgens aufgesucht werden.

Selenskyj macht Hoffnung auf Sieg

Zugleich machte Selenskyj seinen Landsleuten Hoffnung auf einen Sieg. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis alle in der Ukraine wieder sicher in Frieden leben würden. Russland scheine auf Jahre in dem Tag zwischen Kreuzigung und Wiederauferstehung steckengeblieben zu sein, „an dem der Tod triumphiert und Gott verschwunden zu sein scheint”, sagte er. Aber das Leben werde den Tod besiegen und das Böse werde bestraft werden.

Auch in Deutschland besuchten orthodoxe Christen Ostermessen, so unter anderem in der Christi-Verklärungs-Gemeinde in Baden-Baden, wo die Menschen für den Frieden in der Welt und in der Ukraine beteten. Weil die orthodoxen Kirchen sich am julianischen Kalender orientieren, kommt es meist zu unterschiedlichen Osterterminen: Im julianischen Kalender beginnt der Frühling 13 Tage später als im gregorianischen. So fällt der orthodoxe Ostersonntag fast immer auf einen späteren Zeitpunkt als in der restlichen christlichen Welt.

© dpa-infocom, dpa:220424-99-23135/3

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