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Palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen

Mehr als 6000 Palästinenser sitzen nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Betselem in israelischen Gefängnissen. Davon sind 4827 sogenannte Sicherheitshäftlinge. Weitere 1267 sind in Haft, weil sie sich illegal in Israel aufgehalten haben. Sie gelten als gewöhnliche Kriminelle.

Von den Sicherheitshäftlingen werden 137 in sogenannter «Verwaltungshaft» ohne Prozess festgehalten. Einige von ihnen warten seit Jahren auf ein Verfahren oder ihre Freilassung. Unter den Sicherheitshäftlingen sind nach Informationen von Betselem 193 Minderjährige, unter den «Illegalen» 20.

104 Langzeithäftlinge, die im Rahmen der neuen Nahost-Gespräche freikommen sollen, wurden bereits vor Unterzeichnung der Osloer Friedensverträge Israels mit den Palästinensern 1993 in Haft genommen. Die Autonomiebehörde von Präsident Mahmud Abbas hatte ihre Freilassung als Bedingung für neue Friedensverhandlungen gefordert. Sie wurden zumeist wegen tödlicher Anschläge auf Israelis verurteilt.

Die Häftlinge, von denen einige Haftstrafen von bis zu 30 Jahren verbüßt haben, sollen in mehreren Schritten freikommen. Unter ihnen sind nach Medienberichten auch einige israelische Araber und Einwohner des arabischen Ostteils von Jerusalem.