ERNEUTER RUF NACH CORONA-BONDS

Paris erwartet schlimmste Rezession seit Weltkriegsende

Frankreich gehört zu den sehr stark von der Pandemie betroffenen Länder wie Italien und Spanien. Finanzminister Le Maire rechnet nun wirtschaftlich mit dem Schlimmsten und fordert nachdrücklich ein solidarisches Vorgehen in Europa.
dpa
Bruno Le Maire
Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire setzt auf Corona-Bonds, um sein Land aus der Wirtschaftskrise zu führen. Foto: Alessandro Della Valle/KEYSTONE/dpa
Paris.

Das hoch verschuldete Frankreich erwartet wegen der Corona-Krise die schlimmste Rezession seit 1945.

Die Wirtschaft sei 2009 wegen der damaligen Finanzkrise um 2,2 Prozent geschrumpft, dieser bis dahin schlechteste Wert seit Weltkriegsende dürfte nun übertroffen werden. Das sagte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire bei einer Anhörung im Pariser Senat voraus.

In Frankreich gelten wegen der Covid-19-Pandemie seit rund drei Wochen strenge Ausgangsbeschränkungen, viele Wirtschaftsbereiche arbeiten nur noch eingeschränkt.

Le Maire warb erneut um sein Vorhaben, einen neuen europäischen Solidaritätsfonds zu schaffen. Damit solle der Wirtschaftsaufschwung nach der Krise angekurbelt werden.

Dieser Rettungsfonds solle zeitlich befristet sein, Anleihen herausgeben können und von der EU-Kommission gemanagt werden. Die EU-Behörde könnte eine Anleihe mit einem Umfang von mehreren hundert Milliarden Euro herausgeben, sagte Le Maire im Senat. Bisher hatte der mächtige Ressortchef den Umfang des von ihm geforderten neuen Rettungsfonds offen gelassen.

Der Streit über sogenannte Corona-Bonds – also gemeinsame europäische Anleihen – entzweit die EU-Staaten. Eine Gruppe, darunter Italien, Spanien, Frankreich, fordert sie vehement, Deutschland und andere Länder sind dagegen. Die Euro-Finanzminister werden am Dienstag erneut darüber beraten.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Paris

zur Homepage